Ein- und Zweifamilienhäuser besonders gefragt

Immobilienpreise im Landkreis gestiegen - 164 Kaufverträge in Wolfhagen

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Ist im März diesen Jahres verkauft worden: Das Fachwerkhaus in der Schützeberger Straße 18 in der Wolfhager Altstadt.

Wolfhager Land. Der Preis für Ein- und Zweifamilienhäuser im Landkreis Kassel ist 2013 gegenüber den Vorjahren um knapp acht Prozent gestiegen.

Der Durchschnittspreis für eine solche Wohnimmobilie beträgt etwas mehr als 150.000 Euro. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht hervor, den jetzt Vizelandrätin Susanne Selbert und der Leiter des Amtes für Bodenmanagement Korbach, Frank Mause, in Hofgeismar vorstellten.

Ein- und Zweifamilienhäuser sind im Landkreis die nach wie vor gefragtesten Kaufimmobilien. In diesem Kaufsegment fanden im vergangenen Jahr insgesamt 607 Eigentumsübergänge (Kauf, Schenkung, Tausch, Zwangsversteigerung, Übergabe) statt. Der Gesamtumsatz lag bei 90 Millionen Euro.

Der Preis für Reihenhäuser ist dagegen im Vergleich zu den Vorjahren um zehn Prozent gefallen. Für ein Haus dieses Typs wurden im Durchschnitt 110.000 Euro bezahlt. „Der Immobilienmarkt zeigt uns, wie sich die einzelnen Orte im Landkreis entwickeln“, sagt Susanne Selbert. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für erschlossenes Bauland blieb im vergangenen Jahr mit 90 Euro stabil. Indessen liegt jetzt der Kaufpreis für Landwirtschaftsflächen (Acker- und Grünland) mit 1,05 Euro rund zehn Prozent über dem Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Erstmalig weist der Immobilienmarktbericht Bodenrichtwerte für forstwirtschaftliche Flächen aus. Der durchschnittliche Bodenwert ohne Aufwuchs wurde auf 40 Cent pro Quadratmeter festgelegt.

Der Flächenumsatz im Jahr 2013 betrug 556 Hektar. Das sind rund 0,5 Prozent der Kreisfläche.

Nach Baunatal (176) wurden in Wolfhagen mit 164 die meisten Immobilien-Kaufverträge kreisweit geschlossen. Hofgeismar folgt mit 138 Verträgen. In Bad Emstal waren es 74 Kaufverträge, in Breuna 42, in Habichtswald 75, in Naumburg 64 und in Zierenberg 66.

Im Landkreis werden rund 50 Prozent der Kaufverträge für unbebaute Grundstücke abgeschlossen. In Bad Emstal waren es 42 von 74, in Breuna 28 von 42, in Habichtswald 37 von 75, in Naumburg 42 von 64, in Wolfhagen 96 von 164 und in Zierenberg 31 von 66.

Bei den bebauten Grundstücken kann die Stadt Wolfhagen sehr gut mit dem Rest des Landkreises mithalten. Sie liegt mit 63 auf dem Niveau von Baunatal, Fuldatal und Vellmar und damit an der Spitze im Kreis. Eher unterdurchschnittlich sind hier die Zahlen für Bad Emstal und Breuna.

Der Durchschnittspreis für Bauland liegt bei 90 Euro pro Quadratmeter. Mit bis zu 150 Euro liegen die Preise in Baunatal, Vellmar, Niestetal und Teilen von Fuldatal deutlich darüber. Im Wolfhager Land sind die Preise günstiger. In bevorzugten Lagen in Bad Emstal-Sand kostet der Quadratmeter bis zu 75 Euro in den anderen Ortsteilen kann es auch auf bis zu 25 Euro heruntergehen.

Breuna bewegt sich zwischen 28 und 45 Euro, Habichtswald zwischen 50 und 90 Euro, Naumburg zwischen 22 und 50 Euro, Wolfhagen zwischen 30 in den Stadtteilen und 55 in der Kernstadt, Zierenberg zwischen 25 und 55 Euro.

Bei der Grundlage der Richtwerte handelt es sich um Kaufverträge aus den Jahren 2012/2013. Aktuell können die Zahlen davon abweichen. (geh/nom)

Hintergrund

Die Gundlage für den Immobilienmarktbericht ist die amtliche Kaufpreissammlung. Sie wird vom Gutachterausschuss für Immobilienwerte (GAA) ausgewertet. In Hessen gibt es 45 GAA für die Landkreise und kreisfreien Städte. Der GAA ist unabhängig und an keine Weisungen gebunden. In ihm arbeiten Fachleute ehrenamtlich.

Der GAA beim Amt für Bodenmanagement Korbach hat für 2013 im Landkreis Kassel insgesamt 2733 Eigentumsübergänge erfasst. 2012 waren es noch 3367. Der Rückgang erklärt sich aus der Anhebung der Grunderwerbssteuer zum 1. Januar 2013 von 3,5 auf 5 Prozent. Zum 1. August dieses Jahres wurde die Steuer auf sechs Prozent angehoben. (geh)

Quelle: HNA

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