Feuerwehrfrauen und -männer nehmen bei der Ausbildung zu Atemschutzgeräteträgern Extremes auf sich

Inferno ohne jeden Unterschied

Fitness und Teamarbeit: Das Laufband simuliert den harten Weg bis zum Brandort. Madlen Hohmann und Teresa Ucke (ganz rechts) aus Borken haben die Aufgaben in der Atemschutzanlage gemeistert. Nach bestandener Prüfung stehen sie für besondere Einsätze bereit. Fotos: Mühling

Schwalmstadt. Die 125. Atemschutzgeräteträgerausbildung gab es am Samstag im Feuerwehrstützpunkt Schwalmstadt. 22 Brandschützer, darunter sieben Feuerwehrfrauen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, absolvierten den Lehrgang unter Leitung von Jürgen Störmer. Besonders im praktischen Bereich verlangt das Pensum den Frauen und Männern einiges ab.

Auf einer Strecke von 58 Metern müssen die Feuerwehrleute in acht bis zwölf Minuten unter simulierten Einsatzbedingungen bei extremer Rauchentwicklung und Lärm verschiedene Schikanen in der Atemschutzübungsanlage überwinden. in dieser Zeit stehen sie unter ständiger Überwachung durch Funk, Notfallmelder, Pulsmessgerät und Wärmebildkamera, so dass im Notfall eingegriffen werden kann.

„Die Gewöhnung an körperliche Extrembelastungen und den Umgang mit der schweren Schutzbekleidung sind für spätere Einsätze in besonderen Gefahrensituationen sehr wichtig“, erklärte Störmer. „Hier wird bei Frauen und Männern kein Unterschied gemacht, denn im Ernstfall finden ja alle die selben Einsatzbedingungen vor.“

Eine der Feuerwehrfrauen war am Samstag Madlen Hohmann aus Borken. Nach einem Lauf auf dem Band und dem Erklimmen einer Leiter ging sie gemeinsam mit ihrer Kameradin Teresa Ucke mit einer Ausrüstung, die fast die Hälfte ihres Körpergewichts ausmachte, in den sogenannten Käfig. Dabei mussten sie durch einen flachen Bereich kriechen, durch Öffnungen nach oben und unten steigen, sich eine Schräge hinaufziehen und sich dann vom Atemschutzgerät getrennt durch ein zwei Meter langes Rohr zwängen.

Durch völlige Dunkelheit und starken Rauch konnte man die Hand vor Augen nicht erkennen, Kindergeschrei schallte durch den Raum, Heizstrahler sorgten für extreme Hitze. Nachdem das Käfigsystem überwunden war, mussten die beiden Brandschützerinnen weitere Übungen am Ergometer absolvieren.

An die Grenzen

„Es ist schon sehr anstrengend,“ lautete Madlen Hohmanns Fazit, nachdem sie sich von der schweren Schutzkleidung befreit hatte. „Die Strecke an sich geht eigentlich, die Übungen danach sind mir aber sehr schwer gefallen.“ Man gerate an die eigenen Grenzen, trotzdem habe ihr der Lehrgang, der sehr praxisbezogen sei, großen Spaß gemacht.

Kein Wunder, sie stammt aus einer Feuerwehrfamilie, und für sie war schon immer klar, dass sie diese Ausbildung machen wollte.

Quelle: HNA

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