Ingo Böhm will Bürgermeister in Morschen werden

Zurück in der Heimat: Ingo Böhm stellt sich in Morschen zur Wahl. Noch wohnt er im Haus seiner Eltern, aber wird er gewählt, will er sich was Eigenes suchen. Auch weil er gern im Haus herumwerkelt. Foto: Kamisli

Morschen. Am 6. März ist Bürgermeisterwahl in Morschen. Eine Kandidatin und zwei Kandidaten haben sich für dieses Amt beworben. Wir stellen sie in Porträts vor. Eine Gegenüberstellung ihrer politischen Ziele folgt.

Ingo Böhms Kinder finden es spannend, dass der Papa Bürgermeister werden möchte. Böhm tritt als unabhängiger Kandidat an. „Meine Tochter übt schon mit mir“, sagt er und lacht. Und der Sohn fragt, wann er denn endlich mal mit ins Rathaus darf.

Der 44-Jährige will in Morschen Verwaltungschef werden und ist dafür nach 13 Jahren in Hamburg wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Die Verbindung nach Altmorschen, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hat, sei durch Familie und Freunde nie abgerissen.

„Gerade wie es mit dem Kloster weitergeht, hat mich in all den Jahren natürlich immer interessiert“, sagt der Jurist. Noch lebt er im Haus seiner Eltern. Klappt es mit der Wahl, will er sich in Morschen was Eigenes suchen, sagt Böhm. Auch um seiner Leidenschaft, dem Handwerken, nachzugehen. „Ich kann dabei von meiner kopflastigen Arbeit total entspannen“, sagt der Jurist, der auch eine Ausbildung zum Finanzwirt hat und als Steuerinspektor gearbeitet hat.

Auf der Baustelle sei er mehr der Mann fürs Grobe. „Ich bin der, der zusieht, dass was voran geht“, sagt Böhm. Sachen auf die lange Bank zu schieben, das sei nicht seins. Gemeinsam mit einem Freund hat er ein 100 Jahre altes Ferienhaus auf Fehmarn saniert und eingerichtet. Denn auch für Design und Fotografie kann er sich begeistern.

Ingo Böhm sagt, er möchte ein Bürgermeister sein, der für die Menschen im Ort da ist. Und obwohl Böhm seit vielen Jahren Mitglied in der SPD ist, habe Parteipolitik für ihn auf kommunaler Ebene nichts verloren.

Er beschreibt sich als jemand, der zielstrebig ist, sich selbst gut motivieren kann und die Dinge gern im Team angeht. „Das habe ich auch beim Volleyball gelernt“, sagt Böhm. Bei diesem Sport könne man nur im Team etwas erreichen. Er mag es, Menschen um sich zu haben, am liebsten natürlich die Familie, sagt Böhm. Als sein Sohn ein Jahr alt war, sei er in seiner Elternzeit mit der Familie im Wohnmobil sechs Wochen in der Normandie und Bretagne unterwegs gewesen. „Das war eine herrliche Zeit“, sagt er.

Soviel Zeit ist nicht mehr für Urlaub, aber wenn, dann ist Böhm, der jahrelang als Reiseleiter und Animateur gearbeitet, gern in Skandinavien und auf Elba unterwegs.

Seine Entscheidung, in seinem Heimatort den Hut als Verwaltungschef in den Ring zu werfen, habe er nach reiflicher Überlegung getroffen und mit Familie und Freuden diskutiert. Nach vielen Jahren in Unternehmen, wo er sich unter anderem mit Insolvenzrecht, Vertragsrecht und Forderungsmanagement befasste und nach einigen Jahren Selbstständigkeit will er sich beruflich verändern. Warum ausgerechnet als Bürgermeister? „Der Bürgermeister ist der oberste Chef der Verwaltung“, sagt Böhm. Um mit Verwaltung kenne er sich aus.

Ingo Böhm aus Altmorschen wurde 1971 als älterer von zwei Brüdern geboren. Nach dem Abitur in Melsungen studierte er an der Finanzverwaltungsfachhochschule in Rotenburg/Fulda mit dem Abschluss Diplom-Finanzwirt (FH). Sein Jurastudium in Göttingen schloss er 1999 mit dem 1. Staatsexamen ab. Das 2. Staatsexamen folgte 2003 nach einem Referendariat am Landgericht Kassel. Der 44-Jährige arbeitete anschließend in großen Unternehmen als Teamleiter im Forderungsmanagement. Seit 2013 ist er selbstständig. 2007 heiratete er seine Frau Sandra, die als Landesbeamtin bei der Deutschen Rentenversicherung Nord ist. Tochter Liv ist zehn Jahre und Sohn Morten ist sechs Jahre alt. Ingo Böhm reist gern, fotografiert und werkelt im Haus herum.

Quelle: HNA

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