Ein Dorf macht mobil

Initiative bietet ab sofort Fahrdienst in Breuna an

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Breuna. Es ist ein Vorzeigeprojekt des Kreises und könnte Modellcharakter für weitere Kommunen in der Region besitzen: Der ehrenamtliche Fahrdienst „Dorf mobil" der Gemeinde Breuna.

Der Fahrdienst bietet Senioren, aber auch jüngeren Menschen mit Einschränkungen die Möglichkeit, sich zu Terminen beim Arzt oder zum Einkaufen bringen zu lassen. Dazu hat sich ein Kreis von 25 so genannten Vermittlern gebildet, die ihre Fahrdienste ab sofort ehrenamtlich anbieten und die Menschen eine Stunde rund um den Termin begleiten beziehungsweise betreuen. Für Personen, die das Angebot in Anspruch nehmen, wird lediglich eine Kostenpauschale von 35 Cent pro Kilometer fällig, sagt Karl Hellmich, der beim Kreis für ehrenamtliches Engagement zuständig ist. Er stand bei den Treffen der Initiativgruppe mit Rat und Tat zur Seite und war auch der Ideengeber für die entstandene Initiative.

Vorher hatte sich der Personenkreis eigentlich mit der Bildung eines Nachbarschaftsvereines auseinandergesetzt, die Pläne zur Vereinsgründung wurden nach Hinweis von Hellmich auf den hohen bürokratischen Aufwand aber ad acta gelegt, sagt die Sprecherin der Initiative, Silke Toischer. Sie steht an der Spitze der 25 Vermittler, die ihre Dienste in der Gemeinde Breuna anbieten. Dabei ist das Fahr- und Begleitangebot der Initiative nicht als „Notrufstelle“ zu betrachten, sondern sollte als Ergänzung im Bedarfsfall gesehen werden, sagt Toischer.

Deshalb sei auch ein zeitlicher Vorlauf nötig, damit die Vermittler, fast ausschließlich weiblich, sich darauf einstellen können. Hilfesuchende können von Montag bis Freitag bei einem der Vermittler anrufen und eine Fahrt anmelden. Im optimalen Fall erhalten die Personen für einen geringen Kostenaufwand und unabhängig von ÖPNV-Verbindungen Hin- und Rückfahrt zum Arzt sowie eine Stunde Betreuung.

Von Nicolai Ulbrich 

Ähnliches Modell in Westuffeln

Der Fahrdienst „Dorf mobil“ in der Gemeinde Breuna ist eine abgewandelte Form des Fahrdienstes „Flinke Flitzer“ in Calden-Westuffeln. Anders als in Breuna richtet sich das Angebot allerdings dort ausschließlich an Senioren, Hintergrund ist der hohe Altersschnitt in Westuffeln. Ein Drittel der Einwohner, etwa 500 Personen, zählt zur Generation 60 plus.

Auf Initiative des ehemaligen Ortsvorstehers, August Düster, gründete sich das Projekt. Ähnlich wie in Breuna verlangen die ehrenamtlichen Fahrer, etwa ein Dutzend Freiwillige, einen Obolus, der gerade mal die tatsächlichen Betriebskosten und die Versicherung abdeckt. (uli)

Quelle: HNA

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