Inklusion verändert Schullandschaft

250 behinderte Kinder besuchen schon Regelschulen

Sie verstehen sich gut: Inklusionskind Feya Brassat (links) und Wilhelm Siemon in der Grundschule am Osterbach in Homberg. Foto: Thiery

Schwalm-Eder. 250 Kinder mit Behinderungen werden derzeit in den Regelschulen des Schwalm-Eder-Kreises beschult; 62 mehr als im Schuljahr zuvor. Das ist Folge der so genannten Inklusion, durch die behinderte Kinder das Recht auf den Besuch einer Regelschule haben.

Die Inklusion greife seit dem vergangenen Schuljahr, sagte der Beauftragte für Inklusion beim Staatlichen Schulamt in Fritzlar, Lothar van Eikels.

Die Schulen seien gerade dabei, die gesetzliche Vorgabe umzusetzen. Das sei ein langer Prozess. Mit der Akzeptanz dieser Regel würden künftig immer mehr Schüler den Förderunterricht, der dafür nötig sei, in Anspruch nehmen. Das werde die Schulen künftig noch weiter beschäftigen, weil sie sich personell, mit Sachmitteln und auch baulich darauf einstellen müssten.

Nicht alle Kinder könnten, betonte van Eikels, deshalb auch in der Nähe ihres Zuhauses beschult werden, obwohl sich der Landkreis als Schulträger bemühe, denn nicht alle Schulen verfügten über die nötige Ausstattung wie etwa einen Fahrstuhl. In dem Fall werde die nächstgelegene geeignete Schule für einen Besuch empfohlen. Generell müsse sich aber jede Schule der Aufgabe stellen.

Für die bisherigen Pilotschulen, die behinderte Kinder in den Klassen im „gemeinsamen Unterricht“ beschulten, bedeute dies, dass sie nun weniger Kinder betreuten, weil die Förderkinder auf mehrere Schulen verteilt werden. Auch die Zahl der Kinder in den speziellen Förderschulen sank um 60.

Diese Tendenz steige mit der Inklusion, so van Eikels. 627 Kinder besuchen die sechs Förderschulen im Schwalm-Eder-Kreis zurzeit. Trotz aller Veränderungen begrüßt Lothar van Eikels die neue Regelung: Sie ermutige mehr Eltern, ihre behinderten Kinder in der Regelschule anzumelden. Das fördere deren Akzeptanz in der Gesellschaft.

Von Christine Thiery

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Quelle: HNA

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