Ausstellungseröffnung

Instinkt für den Moment

Schwälmerin mit Schwälmern: Das Foto zeigt Anneliese Ries bei der Wiedereröffnung des Museums vor dem Gemeinschaftsbild Mons-Knauff. Gerhard Reidt (links) drückte auf den Auslöser. Fotos:  Rose

Schwalmstadt. Gerhard Reidt ist bekannt wie ein bunter Hund: Das sagt er nicht nur über sich selber. Das bescheinigten ihm auch die 120 Gäste, die am Donnerstagabend zu seiner Ausstellungseröffnung in die Kreissparkasse nach Ziegenhain kamen.

Die Bilderschau des 56-jährigen Hobbyfotografen trägt den Titel „Moment mal“. Zu sehen sind 31 Momentaufnahmen, die der gebürtige Schwälmer überwiegend über ein Nachrichtenportal und auf Facebook publiziert.

Nach der Begrüßung durch Direktor Dirk Siemon lenkte Museumsleiter Konrad Nachtwey die Bilder ins rechte Licht. Den Schwälmer habe es zunächst in die Welt gezogen. Nach seiner Ausbildung zum Hotelkaufmann und Koch „zog er in die Ferne und blieb 25 Jahre fort“, erläuterte Nachtwey. Stationen seines Berufsleben waren Kassel, Mecklenburg-Vorpommern – mehr als zehn Jahre auf Rügen – und Fulda, wo Reidt als Regionaldirektor und in der Direktion einer Hotelgruppe tätig war. „Stets im Dienst am touristischen Kunden“, umschrieb es der Kunsthistoriker. Seine Leidenschaft Fotografie sei damals zu kurz gekommen. 2009 kehrte der Ziegenhainer zurück, um seine schwerkranke Schwester bis zu ihrem Tod zu pflegen. Ihr hat Gerhard Reidt die Ausstellung gewidmet.

Unterwegs für Tourismus

„Selbst auch nicht mehr von strotzender Gesundheit, war es Zeit, sich neue Ziele zu setzen“, erklärte Nachtwey. Reidt begann, den Tourismus in der Region fotografisch zu begleiten. „Eine Veranstaltung im Rotkäppchenland wäre ohne ihn undenkbar“, sagte der Museumsleiter. Er arbeite mit Herz und Verstand, mit flinkem Auge und dem Instinkt für den richtigen Moment. Bei der Wiederöffnung des Museums stand etwa Anneliese Ries einen Moment vor dem Gemeinschaftsbild Mons-Knauff – und wurde selbst Teil des Bildes. Oder die Schwälmer Schönheit Melanie, die einem Unbekannten, der Freundin, der Mama zulächele oder sich schlicht ihres Lebens freue: „Sie lächelt nicht für den Fotografen, sie sieht ihn nicht einmal“, erklärte Nachtwey.

Dabei lauere der 56-Jährige nicht Stunde um Stunde, warte nicht im Morgengrauen auf sein Motiv. Auch retuschiere er keine Alters- oder Arbeitsfalten, um ein Sensationsfoto zu produzieren. „Ich wünsche Ihnen erkennende Augen und einen schönen Abend in entspannter Atmosphäre“, empfahl der Museumsleiter. Für entspannte Musik sorgte Sören Flimm.

• Zu sehen sind die Fotos in der KSK bis zum 11. Oktober

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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