Kreissynode präsentierte Mitgliederzahlen – Kritik an Erwartungen von Brautleuten

Inszenierung vor dem Altar

Ottrau. Dekan Christian Wachter betonte auf der Herbsttagung der Kreissynode des Kirchenkreises Ziegenhain die Stärken der Kirche. „Verbundenheit und Verbindlichkeit, das sind Stärken der Kirche auf dem Land“, sagte er bei der Tagung in Ottrau. Zugleich wies er aber auch auf die Schwächen der Region wie den Mangel an ortsnahen Arbeitsplätzen hin.

„Die damit verbundene Abwanderung aus der Region ist auch ein großes Problem für unsere Mitgliederentwicklung, obwohl wir vergangenes Jahr einen Anstieg bei den Taufen und den Kircheneintritten verzeichnen konnten“, erklärte dazu Pfarrer Sven Wollert. Dies führe zu zwangsläufigen Veränderungen in der Kirchenstruktur, so der Dekan weiter. So bilden die Kirchengemeinden Spieskappel-Frielendorf, Linsingen, Verna und Großropperhausen-Lenderscheid bilden seit dem 1. Oktober ein gemeinsames Kirchspiel mit drei Pfarrstellen.

Bedarf an Ehrenamtlichen

Auch der Bedarf nach ehrenamtlichem Verkündigungsdienst werde steigen. In diesem Jahr gibt es noch einen Lektorenkurs, für den bereits elf Anmeldungen vorliegen. Interessenten können sich im Dekanat dafür anmelden. Ausführlich wurde der Entwurf der Agende 3 zur kirchlichen Trauung von der Lithurgischen Kammer der Landeskirche besprochen. Kritisch wurde angemerkt, dass den Erwartungen einiger Brautleute zu sehr entgegengekommen werde und theologische Grundfragen dadurch nachrangig würden. Die kirchliche Trauung dürfe aber nicht zu einer Selbstinszenierung des Brautpaares werden, so der Tenor.

So wird die Brautübergabe, wo der Vater seine Tochter in die Kirche zum Bräutigam führt, kritisch betrachtet: Kein Mensch könne in den Besitz eines anderen übergehen. Mit großer Mehrheit forderte deshalb die Kreissynode eine Überarbeitung der Agende.

Kontakt: Dekanat in Ziegenhain, Tel. 06691/ 6055.

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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