Unternehmen nutzen moderne Technologien fürs Marketing

Internet bringt viel Schwung ins Handwerk

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Vermarktung auch übers Internet: Katharina Koch von der Metzgerei Koch in Calden mit Ahler Wurscht.

Homberg. Von wegen, Handwerk und Internet passen nicht zusammen. „Ganz im Gegenteil", sagt Jürgen Altenhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder. Das Web 2.0 bringe in einige Betriebe im Landkreis neuen Schwung, erklärt er.

„Mittlerweile haben die meisten Betriebe eine eigene Homepage.“ Und: Das Online-Marketing werde vom Handwerk als Chance gesehen.

Vor allem gewinne man durch die Werbung im Netz an Reichweite. „Die Betriebe können nicht allein von den Kunden im Landkreis leben“, sagt Wolfgang Scholz, Pressesprecher der Kreishandwerkerschaft. Zwar gebe es keine Erhebung darüber, wie viele Kunden das Internet den Betrieben zusätzlich bringe, doch profitierten die Firmen eindeutig davon. „Der Binnenmarkt allein reicht nicht aus.“ Allerdings hänge das auch von den jeweiligen Gewerken ab.

Auch bei den sozialen Medien, wie Facebook, seien einige Betriebe aktiv. „Einige Friseure stellen bei Facebook die neuesten Trends vor und Autohändler nutzen die Plattform auch“, so Scholz.

Jedoch diskutiere ein Bauunternehmer bei Facebook nicht darüber, wie ein Rohbau erstellt werde. „Dafür sind Facebook und Twitter nicht geeignet“, erklärt Altenhof. Letztlich handele es sich um Handwerker und nicht um Mundwerker.

Es werde aber zunehmend wichtig, dass das Handwerk eine internationale Sprache spreche, betont Altenhof. Positive Beispiele dafür seien der Vertrieb der MyVale-Sandale, die von Homberg in alle Welt verschickt werde. Oder der Vertrieb der Fleischerei Kohl-Kramer, die auch über das Internet Ahle Wurst und Gehacktes vermarkte. Das zeige, dass es auch um Spezialisierung gehe. Und: Der Vertrieb über das Internet spare im Vergleich zur Filialisierung Geld. Um die Chancen des Netzes noch besser zu nutzen, sei aber ein schnelles Internet unabdingbar.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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