Interview: Darauf kommt es beim Sonnenschutz an

Schwalm-Eder. Sonnencremes schützen vor Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung. In Drogeriemärkten und Apotheken gibt es unzählige Produkte mit Lichtschutzfaktor.

Wie man die richtige Creme für den eigenen Hauttyp findet und was man bei der Anwendung beachten sollte, erklärt der Fritzlarer Dermatologe Dr. Baschar Malek.

Herr Dr. Malek, auf Sonnencremes ist stets ein Lichtschutzfaktor angegeben. Was bedeutet diese Zahl? 

Dr. Baschar Malek

Dr. Baschar Malek: Eine Sonnencreme dient dazu, die Eigenschutzzeit der Haut zu verlängern. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Hat eine Person beispielsweise sehr helle Haut und eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten, kann sie mit Lichtschutzfaktor 30 auch 30 mal so lange in der Sonne bleiben. Diese Angabe ist allerdings nur theoretisch: Schon durch Schwitzen oder Kontakt mit Wasser verringert sich die Schutzzeit. Gegebenenfalls muss nachgecremt werden.

Wie erkennt man den eigenen Hauttyp? 

Malek: Natürlich gibt es für die Bestimmung bestimmte Kriterien wie Haar- und Augenfarbe. Danach werden die Hauttypen in Kategorien eingeteilt - von Hauttyp 1 (sehr helle, sonnenempfindliche Haut) bis Hauttyp 4 (schnelle Bräunung). Genauso wichtig ist allerdings die Eigenbeobachtung, wie die Haut auf Sonne reagiert.

Die Bandbreite reicht von 2 bis 50: Welchen Lichtschutzfaktor sollte man wählen? 

Malek: Selbst hierzulande würde ich immer zur Verwendung eines relativ hohen Lichtschutzfaktors (mindestens LSF 20) raten - unabhängig vom Hauttyp. Viele Menschen überschätzen ihre Eigenschutzzeit und denken, dass sie Sonne besser vertragen, als sie es tatsächlich tun. Im Badeurlaub sollte man grundsätzlich zu einem Produkt mit Lichtschutzfaktor 30 und höher greifen.

Sind teure Produkte denn besser als preisgünstige? 

Malek: Was die Zuverlässigkeit des Sonnenschutzes betrifft, gibt es zwischen teuren und günstigen Produkten kaum Unterschiede. Das haben Tests gezeigt. Unterschiede gibt es eher im Bereich Anwenderfreundlichkeit. Teure Produkte sind beispielsweise einfacher zu dosieren oder ziehen schneller ein.

Worauf sollte ich beim Eincremen achten? 

Malek: Sonnenschutz sollte immer großzügig und gleichmäßig aufgetragen werden. Außerdem gibt es Körperstellen, die beim Eincremen oft vergessen werden - Ohren und Füße zum Beispiel. Zudem sollten Männer mit lichtem Haar unbedingt ihren Kopf vor praller Sonne schützen.

Von Pamela De Filippo

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare