Legionellenprüfung und Rauchwarnmelder: "Kein Risiko eingehen"

Melsungen. Der Verein Haus & Grund Melsungen lädt für Montag, 22. Oktober, ab 19.30 Uhr, zu einer Vortragsveranstaltung und zur Jahreshauptversammlung in die Stadthalle Melsungen ein.

Unter anderem geht es dabei auch um die gesetzlich vorgeschriebene Legionellenprüfung in Trinkwasseranlagen und Rauchwarnmelder. Wir sprachen mit der Vorsitzenden, Gisela Pietrzak, über diese beiden Themen.

Frau Pietrzak, bis spätestens 31. Oktober 2012 müssen Eigentümer von Mehrfamilienhäusern ihre Trinkwasseranlagen auf Legionellen prüfen lassen. Wen betrifft das genau?

Gisela Pietrzak: Wer vermietet muss das Warmwasser untersuchen lassen. Im Prinzip betrifft dies alle Mehrfamilien-Wohnhäuser mit einem Speicherinhalt ab 400 Litern. Die Länge der Wasserleitung zwischen dem Warmwasserbereiter und der letzten Entnahmestelle - meist im Dachgeschoss - muss mehr als drei Liter Fassungsvermögen aufweisen.

Wie reagieren Eigentümer auf die gesetzliche Vorgabe?

Pietrzak: Da die Installation der „Probeentnahmeventile“ für die Laborproben Geld kostet, sind die Eigentümer natürlich nicht begeistert. Aber die gesetzlichen Bestimmungen müssen eingehalten werden, da man mit der Gesundheit der Bewohner eines Hauses kein Risiko eingehen kann.

Wie sieht diese Prüfung aus und was kostet sie?

Pietrzak: Die Untersuchung nach Legionellen nach der novellierten Trinkwasserverordnung (TrinkwV) darf nur von zertifizierten Labors vorgenommen werden. Eine Liste kann man beim Schwalm-Eder-Kreis anfordern. Man sollte sich Angebote geben lassen, weil die Preise unterschiedlich sein können.

Welche Konsequenzen drohen, wenn die Eigentümer dieser Pflicht nicht nachkommen?

Pietrzak: Die Behörde kann ein Bußgeld verhängen. Zuständig für die Anzeige einer Anlage sind die Gesundheitsämter bei den Kreisverwaltungen.

Nun sind, was die Legionellenprüfung angeht, Änderungen in der Trinkwasserverordnung geplant. Welche Vorteile hätten diese Änderungen für Hausbesitzer?

Pietrzak: Es wird eine Verlängerung der Fristen durch die Behörde geprüft. Die Hausbesitzer hätten dann doch noch etwas Spielraum, um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen. Bis jetzt sagt das Gesetz aus, dass eine jährliche Untersuchung erfolgen muss. Dies könnte auf einen dreijährigen Zeitraum ausgedehnt werden. Der Beschluss ist aber noch nicht erfolgt.

Ein weiteres wichtiges Thema heute Abend sind die Rauchwarnmelder, die in Hessen seit 2005 in jedem Neubau Pflicht sind und bis Ende 2014 auch in bestehenden Gebäuden nachgerüstet werden müssen. Wer muss die Rauchwarnmelder anbringen?

Pietrzak: Der Einbau von Rauchwarnmeldern muss durch die Hauseigentümer veranlasst werden.

In welchen Räumen müssen Rauchmelder angebracht werden?

Pietrzak: Grundsätzlich in den Räumen, wo Personen schlafen. Im Flur zum Treppenhaus ist ebenfalls ein Gerät an der Decke zu installieren, ebenso in den Treppenhäusern selbst.

Kann man das selbst machen oder sollte das ein Fachmann machen?

Pietrzak: Man kann das selbst machen, wenn man die gesetzlichen Bestimmungen kennt. Zu beachten ist, dass die Rauchwarnmelder jährlich zu kontrollieren und zu warten sind und dies per Protokoll zu belegen ist. Sinnvoll ist es, entsprechende Fachleute z.B. Schornsteinfeger, Wärmemessdienste usw. damit zu beauftragen, da denen die DIN-Vorschriften bekannt sind.

Können Vermieter belangt werden, wenn im Falle eines Brandes Mieter zu Schaden kommen, weil keine Rauchmelder in der Wohnung sind?

Pietrzak: Bis jetzt ist mir noch kein Fall bekannt, da die Fristen zur Installation noch nicht abgelaufen sind. Verantwortungsvolle Vermieter sorgen aber dafür, dass ihre Mieter sich in Sicherheit wiegen können. Haus & Grund empfiehlt optische Rauchwarnmelder mit 10-Jahres-Garantie auf Produkt und Batterie. Dies bedeutet, dass nicht jährlich ein Batteriewechsel vorgenommen werden muss. (kam)

Quelle: HNA

Kommentare