Mehrtägige Ansitzjagd in allen Altkreis-Revieren mit magerer Strecke

Jäger erlegen Raubwild

Jagd am Hohen Dörnberg: Helmut Weymann, Markus Pfannkuche und Detlef Michel (von links) vom Veterinäramt Landkreis Kassel sammeln die Tiere für die Tollwut-Untersuchung ein. Foto:  zih

Zierenberg. Nach jagdlichem Brauchtum bekamen sie einen letzten waidmännischen Gruß, das Halali, durch das Bläsercorps des Kreisjagdvereins Wolfhagen: die erlegten 14 Füchse, 22 Waschbären und fünf Dachse der mehrtägigen Ansitzjagd auf Raubwild in allen Revieren des Altkreises.

„Jäger tun also etwas für die Natur, sie erhalten unsere heimischen Wildarten.“

Bei aller Jägerromantik hatte die Streckenlegung aber einen ernsten Hintergrund. „Einmal“, so Jagdleiter Joachim Wadsack (Zierenberg), „leben wir in keiner Natur-, sondern in einer Kulturlandschaft, in der die Selbstregulierung nicht mehr funktioniert. Deshalb ist die Jagd unabdingbar, ist Naturschutz.“ Denn gejagt, 68 Jäger hatten sich an der traditionellen Ansitzjagd beteiligt, werde nicht aus Spaß am Töten, vielmehr sicherten Jagd und Hege in einer Kulturlandschaft die Lebensgrundlagen der freilebenden Tiere und ermöglichten die nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource. Wadsack: „Jäger tun also etwas für die Natur, sie erhalten unsere heimischen Wildarten.“

Das Ergebnis der inzwischen zum 13. Mal revierüberschreitenden Ansitzjagd, die immer nach der Blattzeit (Brunft, Paarungszeit des Rehwilds) stattfindet, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Lediglich 41 Tiere, im vergangenen Jahr waren es 70, davor 108, kamen zur Strecke. Das Raubwild stellt durch die steigende Population eine immer größer werdende Bedrohung für Vögel und Niederwild dar.

Mit dem Erlegen des Raubwildes versuchen die Jäger nicht nur dagegen zu steuern, vielmehr hat die Ansitzjagd auch eine große Bedeutung für die Bevölkerung. Denn alle geschossenen Füchse, Dachse und Waschbären werden vom Veterinäramt des Landkreises Kassel eingesammelt und an das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen in Giessen weitergeleitet.

Untersuchung auf Tollwut

Dort werden sie auf Tollwut untersucht. Eine Virusinfektion, die bei Mensch und Tier eine tödliche Gehirnentzündung verursachen kann. Dafür müssen im hiesigen Landkreis jährlich mindestens 47 Tiere untersucht werden.

Vor Jahren waren es noch 103. Da Hessen seit über 20 Jahren aber so gut wie tollwutfrei ist, hat man von Amts wegen die Zahl gesenkt. Der Befund der jetzigen Ansitzjagd werden in den nächsten Tagen vorliegen. (zih)

Quelle: HNA

Kommentare