Angehende Jungjäger absolvierten auf Dörnberg Übungs-Pirschpfad

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Was ist das? Frank Knies, Carsten Faust, Thomas Giese, Lisa Ueckermann und Martin Paul (von links) aus dem Kreisjagdverein Bad Hersfeld an einer Station. Erkennen mussten sie hier den böhmischen Jagdfasan, die Türkentaube, Eiderente sowie den Bussard.

Zierenberg. Die Köpfe rauchten gewaltig. 60 Frauen und Männer aus neun nordhessischen Kreisjagdvereinen hatten sich am frühen Sonntagvormittag auf dem Hohen Dörnberg versammelt.

In Vorbereitung auf ihre staatliche Jägerprüfung absolvierten die zukünftigen Jungjäger im Naturparkzentrum Habichtswald einen vom Kreisjagdverein Wolfhagen (KJV) installierten Übungs-Pirschpfad.

Auf 15 Stationen mussten die Jagdscheinbewerber nicht nur weit über 100 Exponate identifizieren und jede Menge Fragen beantworten, sondern auch ihr erlerntes Wissen über jagdliche Signale sowie unterschiedliche Jagdhunderassen unter Beweis stellen. Die Vorführung der vierbeinigen Jagdhelfer stand unter der Leitung von Christian Steinert vom KJV Wolfhagen.

Die Generalprobe lief nicht fehlerlos ab. Nach Abschluss des Pirsch-Übungspfades wurden alle Stationsaufgaben mit den Ausbildern detailliert durchgesprochen. Wolfhagens KJV-Vorsitzende und Ausbildungsleiterin Britta Hartmann-Barth: „Wir können nur stichpunktartig das breitgefächerte Spektrum der jagdlichen Aufgaben abfragen. Der von uns aufgebaute Lehrpirschpfad orientierte sich aber zu gut 50 Prozent am des späteren Prüfungsparcours.“ Hartmann-Barth gab den Prüflingen mit auf den Weg, dass Jagd viel mehr sei als nur das Erlegen von Wild. „Jagd bedeutet die Übernahme von Verantwortung für die heimische Flora und Fauna. Dafür ist fundiertes Fachwissen unabdingbar.“ Die Jäger regulierten nach gesetzlichen Vorgaben den Wildbestand, schafften und sicherten Lebensräume für bedrohte Arten durch Hegemaßnahmen.

Zudem müssten die zukünftigen Jäger die Zusammenhänge im Tier- und Pflanzenbereich kennen. Die Thematik spannt sich dabei von den in Wald und Flur lebenden heimischen Tierarten, Wildbiologie, Wildhege, Natur- und Umweltschutz, Jagdbetrieb und waidgerechte Jagdausübung, bis hin zu Sicherheitsbestimmungen. Hinzu kommen die Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten sowie Hygiene, Grundzüge des Wald- und Landbaues, Wildschadenverhütung, Waffengesetz, Schießausbildung und Jagdhundewesen.

Der Übungs-Pirschpfad auf dem Dörnberg war eine Premiere. Bisher richtete der KJV Wolfhagen diesen immer im Langen Rod bei Ippinghausen aus. Seit wenigen Wochen hat die Wolfhager Jägerschaft aber auch neben den Vereinsräumen in der Wolfhager Zehntscheune im Naturparkzentrum Habichtswald für Ausbildung, Schulung, Lehrgänge sowie Vorträge eine neue Heimstatt gefunden. (zih)

Quelle: HNA

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