Opfer einer Schlägerei in Treysa nimmt Täter in Schutz

Ein Jahr in den Knast

Schwalmstadt/ Homberg. Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein 32-jähriger Mann aus Homberg vor dem Amtsgericht in Treysa zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Er war bereits vorbestraft. Ein zweiter Mann, ein 26-Jähriger aus Kassel, erhielt sechs Monate auf Bewährung und 100 Sozialstunden.

Beide haben nach Ansicht des Gerichts Anfang Dezember vergangenen Jahres einen 30-jährigen Schwalmstädter in der Wagnergasse in Treysa verprügelt. Wie das Opfer vor Gericht aussagte, seien ihm der 32-Jährige und dessen Bekannter aus Kassel dort begegnet.

Der Homberger habe Geld von ihm zurückgefordert. Das hatte er einen Monat vor dem Vorfall von ihm geliehen bekommen. Weil der 30-jährige Schwalmstädter ihm das Geld nicht geben konnte, sei es zum Streit gekommen.

Das Opfer sagte aus, dass es sich bedroht gefühlt und daher den 32-Jährigen zuerst geschlagen habe. Der Angeklagte habe daraufhin mehrere Male zurückgeschlagen. Den zweiten Angeklagten nahm das Opfer überraschend in Schutz: Er soll nicht beteiligt gewesen sein.

Bei der Vernehmung bei der Polizei hatte das Opfer zuvor allerdings angegeben, dass es von dem 32-jährigen Mann geschlagen wurde, während ihn der Kasseler festgehalten haben soll. Auch drei unabhängige Zeugen sagten dies aus – einer von ihnen hatte auch die Polizei gerufen.

Nach Zeugenaussagen soll der 30-jährige Schwalmstädter Schläge ins Gesicht und auf die Brust bekommen haben. Nach dem Übergriff seien die Täter geflüchtet.

Das Opfer selbst erstattete damals keine Anzeige. Nach eigener Aussage hatte der Mann den 32-jährigen Schläger am folgenden Tag getroffen, der Täter habe sich entschuldigt. Mit dieser Geste sei seiner Meinung nach die ganze Angelegenheit erledigt gewesen.

Die beiden Angeklagten äußerten sich vor Gericht nicht zu dem Vorfall. Auch die Tat gestanden sie nicht. (nh)

Von Natascha Neustädter

Quelle: HNA

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