Tobias Drößler aus Fritzlar geht für ein Freiwilliges Soziales Jahr an die Elfenbeinküste

Ein Jahr unter Mönchen

8000 Kilometer von Zuhause entfernt: Abidjan, die größte Stadt an der Elfenbeinküste wird für das nächste Jahr das neue Zuhause von Thomas Drößler aus Fritzlar. Foto: Burrack

Fritzlar. Wolkenkratzer, luxuriöse Villen und internationale Hotels auf der einen Seite, Slums mit Wellblechdach-Hütten auf der anderen. Abidjan, gelegen in der Lagunen-Region der Elfenbeinküste, wird für das nächste Jahr das neue Zuhause von Tobias Drößler aus Fritzlar.

Nach dem erfolgreichen Schulabschluss hat nicht jeder sofort einen Plan, wie es im Leben weiter gehen soll. So erging es auch dem 19-jährigen Tobias. In diesem Sommer machte er sein Abitur an der Ursulinenschule in Fritzlar, doch schon Monate zuvor hatte er sich Gedanken über seine Zukunft gemacht.

Nach reiflicher Überlegung entschied sich Tobias für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland (FSJ). Auch, um mehr Bedenkzeit für seine Zukunftspläne zu haben.

Tobias bewarb sich nach einiger Recherche bei den Don- Bosco-Volunteers, eine von derzeit vielen Freiwilligenorganisationen, die Volontäre für ein Soziales Jahr ins Ausland schickt. Geleitet wird die Organisation von Salesianer Mönchen. Die Salesianer sind eine seit dem 19. Jahrhundert existierende Ordensgemeinschaft. Seit ihrer Gründung beschäftigen sie sich weltweit mit der pädagogischen Jugendarbeit und gelten als Pioniere auf diesem Gebiet.

Rückschläge gehören dazu

Nach vielen Gesprächen, Vorbereitungsseminaren und einem Praktikum in einer deutschen Sozialeinrichtung von Don Bosco steht fest: Tobias wird in einigen Wochen sein FSJ in Abidjan, der größten Stadt an der Elfenbeinküste beginnen.

Die Elfenbeinküste suchte sich der 19-Jährige nicht selbst aus. Sein Wunsch war es lediglich, in ein französischsprachiges Land zu gehen. Neben Tobias schickt die Organisation, die unter katholischer Trägerschaft steht, 24 weitere Helfer ins Ausland. Indien, Südamerika und eben Afrika sind die Ziele der Freiwilligen.

An der Elfenbeinküste wird Tobias allein sein. Angst habe er aber nicht, schließlich sei er ganz gut vorbereitet, auch auf Rückschläge und Schwierigkeiten. Diese gehörten einfach dazu, das weiß der Fritzlarer von erfahrenen FSJlern.

In Abidjan wird Tobias in einer Einrichtung arbeiten, deren Ziel es ist, Straßenkinder und Jugendliche bei ihrer Re-Integration in einen geordneten Alltag zu unterstützen und sie zu ihren Familien zurückzubringen. Erfahrungen mit Kindern hat Tobias bereits als Leiter der Messdienergruppe im Fritzlarer Dom gesammelt. Die Einrichtung in Abidjan wird von Salesianer-Mönchen geführt, die die aufgenommenen Kinder auch unterrichten und sie an einen gewalt- und drogenfreien Alltag gewöhnen. Dies wird auch Tobias’ Aufgabe sein.

Ein Blog als Wegbegleiter

„Von meiner Zeit in Abidjan erhoffe ich mir, aktiv zu helfen“, sagt der 19-Jährige. „Aber auch eine neue Kultur kennen zu lernen, Eindrücke zu sammeln und mir über meine Zukunft bewusst zu werden.“ Während seiner Zeit an der Elfenbeinküste wird Tobias einen Blog schreiben und seine Erlebnisse, Eindrücke und Abenteuer dokumentieren. Diesen findet man unter: www.strassenkinder.de/tobiasabidjan.

Von Christina Burrack

Quelle: HNA

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