Wilhelm und Herta Gerhardt feiern heute in Niederelsungen Diamantene Hochzeit

60 Jahre Eheglück

Seltenes Ehejubiläum: Wilhelm und Herta Gerhardt aus Niederelsungen sind seit 60 Jahren ein Ehepaar, feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. Foto: zih

NIEDERELSUNGEN. Wilhelm Gerhardt und Herta Sintram versprachen sich am 31. März 1951, ihren weiteren Lebenweg gemeinsam zu gehen. Sie heirateten in der südniedersächsischen Gemeinde Bovenden standesamtlich. Einen Tag später gaben sie sich ihr Ja-Wort in der Bovender evangelischen Dorfkirche. Das alles ist nun 60 Jahre her, deshalb feiern die Eheleute Gerhardt heute das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit.

Mangel an Gratulanten wird es wohl nicht geben. Denn die beiden haben eine große Familie. Zum Fest erwarten sie ihre zwei Söhne, Schwiegertöchter, sieben Enkel und drei Urenkel sowie viele Bekannte. Wilhelm Gerhardt ist in Niederelsungen und auch darüber hinaus eine geschätzte Persönlichkeit.

Schon kurz nach der Hochzeit wählten ihn die Niederelsunger zu ihrem Bürgermeister. Dieses Amt hatte er bis zur Gebietsreform mit der Eingemeindung Niederelsungens in die Stadt Wolfhagen inne. Danach war er bis zum Jahr 1989 Ortsvorsteher seines Heimatdorfes.

Viele Ehrenämter

Er hat viele Ehrenämter ausgeführt. So war er etwa Mitbegründer und jahrzehntelanges Vorstandsmitglied der Spielgemeinschaft Waldbühne und somit Vermittler und Schlichter der damaligen verfeindeten politischen Lager im Ort. Den Heimat- und Verkehrsverein hob er aus der Taufe und führte ihn 30 Jahre lang.

30 Jahre stand der jetzt 88-Jährige auch dem Gemischten Chor vor, wo er noch bis vergangenes Jahr mitgesungen hat. Zudem engagierte er sich ehrenamtlich in der Feuerwehr, dem VdK, der Jagdgenossenschaft, und er war 40 Jahre lang Ortsgerichtsvorsteher und Schiedsmann.

Wilhelm Gerhardts Wort hat noch jetzt Gewicht im Spielenden Dorf. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter das Bundesverdienstkreuz. Auf eine Ehrung ist er besonders stolz: Die Gesellschaft der französischen Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg verlieh ihm als ersten Deutschen ihre höchste Auszeichnung.

Der Landwirt musste 1941 nach Frankreich zum Reichsarbeitsdienst, elf Monate später als Soldat in den Krieg. Zweimal wurde er schwer verwundet und kam wenige Tage vor Kriegsende aus dem Lazarett in russische Gefangenschaft.

Zurück in die Heimat

Da er verwundet war, wurde er 1946 entlassen und kam nach einem Aufenthalt bei seinem Onkel in Erfurt zurück nach Niederelsungen.

Wilhelm Gerhardt traf Herta Sintram in Bovenden, wo er häufig die Familie seiner Cousine besuchte. Die Cousine war mit Herta Sintram befreundet, deren Eltern gegenüber eine Bäckerei betrieben. Aus der anfänglichen Freundschaft wurde Liebe. Nach der Hochzeit zog das Ehepaar auf den Hof der Familie Gerhardt in Niederelsungen.

Während Wilhelm Gerhardt politisch und ehrenamtlich aktiv war, führte seine Frau überwiegend den landwirtschaftlichen Betrieb. Bereut haben beide ihren gemeinsamen Weg nicht. Auf die Frage, ob sie alles wieder so machen würden, antworten beide entschlossen: „Ja.“ (zih)

Quelle: HNA

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