Verein Universi Villani: Weißenborner Dorfchronik ist nach zwei Jahren fertiggestellt

700 Jahre auf 416 Seiten

Viel geleistet: Matthias Breuer, Elke Kochler und Wilfried Lippert (von links) vom Verein Universi Villani Weißenborn sind drei von neun Hobbyforschern, die die Chronik verfasst haben. Foto: Rose

Weißenborn. Mehr als zwei Jahre haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe im Verein Universi Villani in Archiven gestöbert, in Kirchen- und Schulchroniken recherchiert, Dorfbewohner befragt und Unmengen von Fotos sortiert und gesichtet: Jetzt ist die Weißenborner Ortschronik fertig.

Die Idee entstand bei den Vorbereitungen zur 700-Jahrfeier. 2008 fanden sich Matthias Breuer, Karl-Heinz Haber, Markus Knoch, Elke Kochler, Uwe Lippert, Wilfried Lippert, Günter Lotz, Günter Manz und Klaus Manz zusammen, um sich intensiv mit der Weißenborner Geschichte auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist ein 416 Seiten starkes Werk, dass gerade in Druck geht und in etwa drei Wochen erhältlich sein wird.

Probleme mit Nachkriegszeit

„Die ältere Geschichte Weißenborns war dokumentiert, aber die vergangenen 50 Jahre haben Schwierigkeiten bereitet“, erzählt Elke Kochler. Doch nicht nur bei der Jahrfeier konnte der Verein auf alle Einwohner zählen, auch in Sachen Geschichtsforschung brachten sich viele der 395 Weißenborner ein. Ob zum Bergbau in und um den Ort, der Entstehung der Wasser-und Stromversorgung, zum Handwerk, zur Gründung von Firmen und Vereinen und zum Personen- und Güterverkehr am Bahnhof – die Dorfbewohner schilderten so manche Anekdote.

Während des Quellenstudiums entdeckten die Hobbyforscher noch etliche weiße Flecken in der Geschichte Weißenborns. Dabei holte sie die Wirklichkeit recht schnell ein. Natürlich habe es früher keine Schreibmaschinen gegeben und so mussten teilweise mühsam die handschriftlichen Notizen der Schreibenden entziffert werden. Am Ende war die Fertigstellung der Chronik eine Punktlandung, sagt Wilfried Lippert. „Wir haben einen Abend vorher, bevor alles zur Druckerei gehen sollte, noch die Bilder der Bürgermeister von der Wand im Rathaus abgehängt und eingescannt.“ „Fertig ist man mit einer Dorfgeschichte aber nie“, sagte Elke Kochler.

Grundlage für Generationen

Matthias Breuer, der das Buch komplett selbst gesetzt hat, erläutert: „Es ist der letzte Baustein zur 700-Jahr-Feier und hoffentlich eine gute Grundlage für folgende Generationen.“ Das Fest habe den Ort zusammengeschweißt. Davon soll Weißenborn auch in Zukunft profitieren. Der Verein Universi Villani hat noch viele Pläne: Der kulturhistorische Wanderweg soll weiter ausgebaut und gepflegt werden. Die Mitglieder möchten auch ein Mundartbuch auflegen. „Und die Chronik wird weiter geschrieben, das haben wir uns vorgenommen“, sagte Wilfried Lippert. (zsr)

Quelle: HNA

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