100 Jahre SPD Zierenberg: Geburtsstunde war ein Gaststätten-Rauswurf

100 Jahre SPD Zierenberg: (von links): Dr. Thomas Beneke (Vorsitzende), Ludwig Brede (81 Jahre und seit 59 Jahren in der SPD) und Bürgermeister Stefan Denn. Foto: Uminski

Zierenberg. 1914 wurde Wilhelm Brake wegen seiner SPD-Parteizugehörigkeit aus der Gastwirtschaft „Schäfer-Tante“ geworfen. Da über das genaue Gründungsdatum der SPD in Zierenberg keine Dokumente mehr existieren, es aber zwischen 1912 und 1918 liege, stehe dieses Ereignis für die Geburtsstunde der SPD in Zierenberg.

Zum 100. Geburtstag lud am Samstagnachmittag die Zierenberger SPD ins Bürgerhaus. 80 Gäste folgten der Einladung zu Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Steak.

Ludwig Brede ist seit 59 Jahren in der SPD und damit das zweitälteste Parteimitglied. Für den Zierenberger kam eine andere Partei nie infrage. Der ehemalige Bürgermeister Rudi Walther sei in der Bevölkerung sehr beliebt gewesen, erinnert sich der 81-Jährige. „Er hat mir sehr imponiert, da bin ich in die SPD eingetreten.“ Zwölf Jahre lang arbeitete Ludwig Brede als Fraktionsvorsitzender in Zierenberg.

In dieser Zeit lernte er viele prominente SPD-Politiker während Wahlkämpfen und Parteitagen kennen. „Mit dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner und den ehemaligen Hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner habe ich gesprochen“, sagt der 81-Jährige. Auch mit Willy Brandt redete der gebürtige Zierenberger. „Er war ein sehr beliebter und einfacher Mensch.“

Sorgen um die Zukunft 

Das Zusammentreffen mit SPD-Größen war für Ludwig Brede nichts Ungewöhnliches. Er selbst sei mit der SPD noch immer zufrieden, dennoch mache er sich um die Zukunft seiner Partei Sorgen. „Die Verantwortlichen bemühen sich, aber es zahlt sich in der Bevölkerung nicht aus.“ Das Vertrauen fehle.

Fabian Baumann

Fabian Baumann ist mit 21 Jahren das jüngste SPD-Mitglied. Seit einem Jahr ist der Zierenberger in der Partei - für den Studenten eine Selbstverständlichkeit. „Meine Eltern und Großeltern sind auch in der SPD.“ Die Politik sei für ihn auf der Kommunalebene „sinnig“ und die Verantwortlichen haben trotz „ schwieriger Haushaltslage richtige Ideen.“

Neben Bürgermeister Stefan Denn und dem Vorsitzenden Dr. Thomas Beneke waren die Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer, Kreistagsabgeordnete Petra Voß (Habichtswald), Aline-Britt Westpfal (Wolfhagen) und der ehemalige Landtagsabgeordnete Rolf Karwecki (Habichtswald) anwesend. Die Festrede hielt die Vize-Landrätin des Landkreises Kassel Susanne Selbert.

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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