Vor 100 Jahren

Der bedeutendste je in Hessen gefundene Meteorit schlug bei Treysa ein

Treysa. In der Schwalm kommen führende Wissenschaftler Anfang April zusammen: Sie treffen sich zum 8. Deutschen Meteoriten Kolloquium. Anlass ist der 100. Jahrestag des Meteoritenfalles von Treysa.

Am 3. April 1916 schlug der 63 Kilogramm schwere Eisen-Meteorit im Wald in der Nähe von Rommershausen ein.

Wertvolles Exponat: Peter Masberg zeigt den Meteoriten von Treysa. Er befindet sich im Mineralogischen Museum der Philipps-Universität Marburg. Archivfoto: Coordes

Gefunden wurde der mächtige Brocken erst etwa ein Jahr später. Der Naturwissenschaftler Alfred Wegener hatte den Einschlagsort mit einerAbweichung von nur rund einem Kilometer berechnet. Das gelang einem Wissenschaftler seinerzeit das erste Mal und brachte Wegener als Entdecker auch einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde ein. Unter Forschern auf der ganzen Welt gilt der Meteorit als einer der ganz bedeutenden, und er hat den Namen Treysa international bekannt gemacht. Das sagt Rudolf Auth, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Wissenschaftsgeschichte des Meteoriten befasst.

Der 74-Jährige aus Hofbieber (Landkreis Fulda) sagte im Gespräch mit der HNA: „Es ist der zweitschwerste Meteorit, der in Deutschland je gefunden wurde.“ Er werde immer wieder chemisch und mineralogisch untersucht, es gebe ein ungebrochenes Interesse.

Bei dem Treffen mit einer Vielzahl von Vorträgen werden Mitarbeiter vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt und Dr. Peter Masberg (Marburg), Leiter des Mineralogischen Museums der Philipps-Universität Marburg, dabei sein.

Er gilt als Hüter des Treysa-Meteoriten, denn dort ist der weltbekannte Fund seit fast 100 Jahren verwahrt. Dabei sind auch Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie und Dr. Herbert Palme (Frankfurt/M.), führender deutscher Meteoritenwissenschaftler sowie Dr. Karl Wimmer vom Rieskratermuseum in Nördlingen.

Auch interessierte Laien sind willkommen.

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Quelle: HNA

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