Mit 80 Jahren hilft Fritz Sinning im Altenheim

Überzeugter Christ: Fritz Sinning hält Gottesdienste im Awo-Altenzentrum und hilft den Bewohnern, wo er kann. Foto: Maier

Spangenberg. Andere in seinem Alter sind schon selbst im einem Pflegeheim oder ziehen sich zumindest ins Privatleben zurück. Doch sich zurücklehnen und nichts tun - das ist keine Option für den 80-jährigen Fritz Sinning.

Seinem ehrenamtlichen Engagement im Awo-Altenzentrum in Spangenberg schadet das nicht. „Solange mir der Herr die Kraft dazu gibt, mache ich weiter“, sagt er.

Seit achteinhalb Jahren ist Fritz Sinning an mehreren Tagen in der Woche im Altenheim. „Ein Pfarrer hat mich auf die Idee gebracht“, erklärt er den Ursprung. Sinning war damals schon seit Jahrzehnten für die Landeskirche Kurhessen-Waldeck tätig, zeitweise sogar hauptamtlich.

Der Spangenberger übernahm als erstes die Gottesdienste im Altenheim. Zunächst kamen immer nur acht bis zehn Bewohner, erinnert er sich. „Dann bin ich vor den Gottesdiensten mit einer Glocke durchs Haus gegangen“, sagt er und lächelt. Sogleich erhöhte sich die Teilnehmerzahl. Jetzt kommen rund 50 Bewohner, zwei Drittel des Hauses.

Doch Fritz Sinning leitet nicht nur die Gottesdienste. „Er ist die Schnittstelle zwischen den Bewohnern, der Kirche und der Stadt“, beschreibt Stefan Kundelov, Leiter des Altenzentrums Sinnings Rolle.

Diese Rolle war vor allem am Anfang wichtig, als das Heim noch neu war. Viele Senioren hatten kein Vertrauen in die Einrichtung, erklärt Sinning. Außerdem fällt es vielen Senioren schwer, ihr eigenes Haus zu verlassen oder den Tod des Ehepartners zu verkraften.

Hier greift Sinning ein: Er spricht mit den Menschen, beruhigt sie, muntert sie auf. Jeden Bewohner kennt Sinning beim Namen. „Das ist keine anonyme Masse“, sagt er. Die Herzlichkeit wird erwidert. „Unser Fritz“ nennen die Bewohner den 80-Jährigen.

Auch Pfleger oder Verwandte kommen oft auf ihn zu: Ob er nicht mit dem einen oder anderen reden und ihm oder ihr helfen könnte. Fritz Sinning macht’s.

„Die Menschen sind dankbar, dass jemand kommt, bei dem sie sich aussprechen können“, beschreibt er das besondere Vertrauensverhältnis zwischen sich und den Bewohnern. Seine Motivation? „Ich bin überzeugter Christ. Ich glaube, was ich sage. Und die Menschen merken das.“

Und als wäre das noch nicht genug, organisiert Sinning verschiedene Veranstaltungen mit: Seniorennachmittag, Cafeterianachmittag, monatlicher Gesprächskreis.

Zentrumsleiter Stefan Kundelov ist froh, dass er den fleißigen Freiwilligen hat. „Die spirituelle Hilfe, die von ihm ausgeht, können wir als Unternehmen nicht bieten.“

Von Eugen Maier

Quelle: HNA

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