Begleitetes Fahren bietet Anfängern mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Mit 17 Jahren am Steuer

Zu zweit auf Tour: Wenn Jana Kratzsch am Steuer sitzt, dann ist ihre Mutter meist auf dem Beifahrersitz zu finden. Fotos: Kessler

Wolfhagen. Am 18. November hat Jana Kratzsch ihre Fahrprüfung bestanden und ist seitdem mit dem Familienauto auf den Straßen in und um Wolfhagen unterwegs. Das wäre nichts Besonderes, wäre Jana volljährig. Doch die Schülerin ist erst 17 Jahre alt und hat eine vorläufige Fahrerlaubnis.

„Ich habe davon gehört und fand es gut, dass es die Möglichkeit gibt, schon mit 17 mit einem erfahrenen Begleiter Auto zu fahren. So ist man ganz am Anfang nicht allein“, sagt Jana.

Die Begleiter müssen in die vorläufige Fahrerlaubnis eingetragen werden. In Janas Fall sind das ihre Eltern, doch prinzipiell kann jeder, der selbst seit mindestens fünf Jahren einen Führerschein besitzt, mindestens 30 Jahre alt ist, höchstens drei Punkte in Flensburg auf dem Konto und maximal 0,5 Promille Alkohol im Blut hat, als Begleiter für einen 17-jährigen Fahranfänger fungieren.

Im April angefangen

Im April hat Jana mit der Fahrschule angefangen. Zunächst gab es nur Theoriestunden. „Später ist mein Fahrlehrer dann von einer Leiter gefallen“, erzählt Jana, die bis vor kurzem noch Geige im Jugendsinfonieorchester gespielt hat. „Er war so schwer verletzt, dass er vier Wochen im Krankenhaus lag.“ So lange habe es nur eine Vertretung für die Theoriestunden gegeben. „Dann habe ich mir beim Sport das Knie verletzt und konnte wieder nicht fahren“, erzählt sie weiter. Insgesamt habe sie rund sechs Wochen keine Fahrstunden nehmen können.

Um die Zeit zu überbrücken und sich schon mal an das Familienauto zu gewöhnen, fuhr Jana mit ihrem Vater nach Hertingshausen zum Verkehrsübungsplatz. „Das war gut, da konnte man alles üben: am Berg anfahren, einparken und so weiter“, sagt sie.

Inzwischen nutzt Jana jede Gelegenheit zum Autofahren. Ob sonntags zum Brötchen holen oder in der Woche zum Einkaufen mit ihrer Mutter – Jana setzt sich ans Steuer, so oft es geht. „Manchmal muss ich sie von der Schule abholen, damit sie nach Hause fahren kann“, erzählt Mutter Jutta Kratzsch. „Es ist schon ein ungewohntes Gefühl, plötzlich auf dem Beifahrersitz neben der eigenen Tochter zu sitzen“, sagt sie.

„Sie ist schon besser geworden als ganz am Anfang“, sagt Vater Jens Kratzsch. Bisher habe es keine haarige Situation gegeben. „Aber bevor sie das erste Mal nach Kassel fährt, soll sie noch eine Weile hier in Wolfhagen üben und lernen, mit unserem Auto umzugehen“, fügt der Vater hinzu.

„Mein kleiner Bruder hat gebetet, bevor er zum ersten Mal bei mir ins Auto gestiegen ist“, erzählt Jana lachend.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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