Jahrzehnte in Bewegung: Trutzhainer Unternehmen Ragoß-Reisen wird 70

Viele Gratulanten: Am Sonntag blickten zahlreiche Gäste auf die mit Trutzhain verbundene Geschichte der Firma Ragoß. Fotos:  Haaß

Trutzhain. Es war ein sprichwörtlicher Tag unter guten Freunden und alten Reisebekannten. Zum Gründungsjubiläum 70 Jahre Ragoß-Reisen waren am Sonntag zahlreiche Gäste nach Trutzhain gekommen.

Es herrschte eine familiäre Atmosphäre, man kannte sich. Die Mehrzahl der Besucher hat sicherlich schon einmal eine Busreise mit Ragoß unternommen.

Bereits zum offiziellen Teil am späten Vormittag waren die große Fahrzeughalle und das Festzelt mit rund 350 Menschen gut gefüllt. Geschäftsführer Alexander Österreich rechnete im Tagesverlauf mit bis zu 1000 Besuchern.

Den Auftakt bildete ein ökumenischer Gottesdienst, danach war Zeit für Danksagungen und einen kurzen historischen Rückblick.

Gründungsjahre

Der Traditionsbetrieb wurde 1946 von Max Ragoß in Oberaula als Fuhrunternehmen gegründet. 1948 erfolgte mit dem Kauf eines kleinen Omnibusses der Marke Adler der Einstieg in die Personenbeförderung.

1951 verlegte Ragoß den Firmensitz schließlich in Schwalmstadts jüngsten Stadtteil. „Unsere Firma ist ein Teil Trutzhains“, brachte Österreich die Verbundenheit des Unternehmens mit dem Ort auf den Punkt und lobte Erwin Ragoß, den Sohn des Firmengründers, für seine unternehmerische Weitsicht. Ihm sei es zu verdanken, dass man heute in Trutzhain über so eine moderne Infrastruktur verfüge, betonte der Geschäftsführer.

In den vergangenen 70 Jahren hat sich das Unternehmen zu einem modernen Reiseanbieter gemausert. Aktuell arbeiten laut Geschäftsführer rund 30 Mitarbeiter für Ragoß, die Fahrzeugflotte umfasst dreizehn Reisebusse. Jeder Bus sei im Schnitt 100 000 bis 150 000 Kilometer im Jahr unterwegs, erzählte Fuhrparkleiter Max Ragoß. Gemeinsam mit Alexander Österreich führt der Enkel des Firmengründers seit 2003 die Geschicke des Familienbetriebs.

„Ragoß ist eines der wenigen Unternehmen, die in Trutzhain erhalten geblieben sind“, stellte Stadtrat Norbert Schildleja fest und erinnerte an die lange Industriegeschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers. Dank Ragoß sei man als Kind früher mal aus der Schwalm herausgekommen, so der Stadtrat schmunzelnd. Auch Schwalmstadts zukünftiger Bürgermeister Stefan Pinhard gratulierte zum Firmenjubiläum.

Mobilität nach dem Krieg

Nach einem Referat von Museumsleiterin Karin Brandes kamen in einer von Schidleja moderierten Gesprächsrunde unter dem Titel „70 Jahre freies Leben in Trutzhain nach dem 2. Weltkrieg und 70 Jahre Wirtschaft und Mobilität in Trutzhain und der alten Schwalmregion“ sechs Zeitzeugen zu Wort. Eindrücklich und interessant erzählten sie vom Leben und Arbeiten der Menschen in Trutzhain. Am Nachmittag sorgte dann die „Show and Brass Band Alsfeld“ und Alex Pezzie für Stimmung und Gute Laune.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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