Serie: Wo gibt es noch die Chance auf eine Ausbildungsstelle?

Jan-Hendrik Tripp machte eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation

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Bekam während seiner Ausbildung Unterstützung: Jan-Hendrik Tripp mit Diplom-Handelslehrer Michael Skoltety.

Wolfhagen. Noch sind im Agenturbezirk Kassel weit über 1000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Wir stellen daher in einer Serie Berufe vor, bei denen Bewerber noch eine gute Chance haben, einen Ausbildungsplatz zu finden.

„Bereut habe ich es definitiv nicht, letztlich dort gelandet zu sein“, erklärt Jan-Hendrik Tripp. Tripp hat vor wenigen Tagen seine Abschlussprüfungen zum Kaufmann für Bürokommunikation bestanden, doch der Weg dahin war aufgrund einer Erkrankung und schulischer Probleme etwas holprig. Doch der 22-Jährige gab nicht auf und wurde nach seiner Ausbildung übernommen.

Nach seinem Realschulabschluss absolvierte Tripp erst eine Lehre zum Industriemechaniker. Dann erkrankte er und musste diese Ausbildung aufgeben. „Danach war klar, dass ich einen Bürojob machen muss“, sagt Tripp.

Die Suche gestaltete sich jedoch schwierig, über 150 Bewerbungen schrieb er in dieser Zeit. Diese Zeit war frustrierend. „Von den wenigsten kam allerdings überhaupt eine Rückmeldung." Doch nach vielen Monaten kam die erlösende Antwort einer Wolfhager Firma und am 1. August begann seine Ausbildung.

Einige der typischen Aufgaben eines Kaufmannes für Bürokommunikation, wie das Vorbereiten von Besprechungen, Terminkoordination, Assistenz im Bereich Personal- und Rechnungswesen, erledigte er dabei jedoch seltener. „Der Schwerpunkt meiner Aufgaben lag im Bereich Einkauf“, sagt Tripp. Aber dort war er, wie viele Bürokaufmänner, mit dem Schriftverkehr betraut und hat Anfragen und Bestellungen geschrieben, aber auch Angebote eingeholt, Warenbestände kontrolliert und Preise ausgehandelt. Dabei hat er viel Kontakt zu Lieferanten, teilweise auch aus dem Ausland. Dieser Austausch mit so vielen unterschiedlichen Menschen, ist das, was Tripp bei seinem Job am meisten Spaß macht.

Der schulische Teil der Ausbildung lief zu Beginn allerdings nicht so gut. „Viele in meinem Jahrgang hatten einen höheren Bildungsabschluss als ich. Buchführung war zum Beispiel für mich nie Thema, während die Fachoberschüler das Thema schon kannten“, sagt Tripp. Er habe versucht, diesen Rückstand aufzuholen, doch alleine ging das nicht. Seine Berufsschullehrerin wies ihn dann darauf hin, dass es die Möglichkeit gibt, „ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH) in Anspruch zu nehmen.

Hilfe bei der Buchführung 

Dieses Programm der Agentur für Arbeit in Kooperation mit externen Bildungsträgern stellt Auszubildenden Fachkräfte zur Seite. Diese unterstützten sie, wenn nötig über die gesamte Ausbildung in Form von Nachhilfe in allen Berufsschulfächern und bei der Vorbereitung auf Prüfungen. Tripp ging so mindestens einmal die Woche und vor den Prüfungen zweimal abends für einige Stunden zum Bildungsinstitut tbz in der Bunsenstraße. In seinem schwächsten Fach Buchführung hat Tripp nach dieser Vorbereitung dann sogar bei der Prüfung mehr Punkte als in den anderen Fächern. (ypm)

Quelle: HNA

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