Kloster Haydau: „Som Bassa“ – das könnte auch „Sommer mit Bass“ heißen

Jazz-Konzert mit Brunch

Nicht nur die Rhythmen waren heiß: Trotz des hochsommerlichen Wetters genossen die Jazz-Fans die Musik und das drumherum. Foto:  Peters

Altmorschen. Wollen wir uns wieder vertragen! Was in Morschen als Trinkspruch gilt, gehört für den Kulturring zum Konzept des Klosters: „Kultur und Kommunikation“ vertragen sich prima. Die familiäre Stimmung beim 10. Jazzfrühschoppen im Kloster Haydau hat das am Sonntag unterstrichen.

„Wir wollen die Facetten des Jazz zeigen“, sagt Jürgen Franke, mitverantwortlich für die Organisation. „Der Kulturring ist der Kümmerer im Förderverein.“ Das Ambiente und die freundliche Atmosphäre waren für viele ein weiterer Anziehungspunkt. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Spenden und Sponsoren, durch Ehrenämter und Eintrittsgelder.

Mit „Som Bassa“ hat der Kulturring den Sonnenschein angelockt – und eine Schar von begeisterten Fans des Latin-Jazz. „Som Bassa“, das sind Donato Deliano am Klavier, Urban Beyer an Trompete und Flügelhorn, Rolf Deneke am Bass, Matthias Reuter Percussion und, als Bandgründer, Marcus Wickel am Schlagzeug. „Som Bassa lässt sich nicht übersetzen“, sagt er. Ein Phantasiename, der zum „Baukasten-Prinzip“ der Band passt. Aus einem Pool von 20 professionellen Musikern bildet die Band verschiedene Formationen. Heute fünf, morgen drei, übermorgen sieben. Der Stil variiert. Der Jazz bleibt. Ein junger Mann im Publikum, der sich als Wickels und Reuters Schüler entpuppt: „Menschen sind weltweit miteinander verbunden. In dieser Musik ist das spürbar. Sie ist Seele und Geist.“

Im Innenhof beschatteten die Schirme lebendige Gespräche. Ein Zuhörer sagt lachend: „Wir sind jazzbegeistert und waren schon öfter zum Frühschoppen hier. Doch heute hören wir die Musik kaum vor lauter Reden.“

Stimmen, Farben, Rhythmen

Liebevoll angerichtete Köstlichkeiten im Kreuzgang und Kaltgetränke an der langen Tafel machten den Frühschoppen zu einer Mischung aus Brunch und Konzert. Ein herrliches Gewirr aus Stimmen und Klängen, Farben und Rhythmen; neben brasilianisch, afro-kubanisch und portugiesisch in der Klangwelt auch holländisch und deutsch in der Sprachwelt. Unter den Tischen wippten die Füße, und auf den Tischen schlugen die Finger den Takt. Hier und da traute sich eine Hüfte aus der Erstarrung. Standards wie Brazil, Night in Tunesia, Bésame mucho und Afro Blue wurden mit Small Percussion wie Maracas und Caxixi und unter fließenden Soli zu mitreißenden Interpretationen – eine Form der Kommunikation.

„Wir haben diesem Kloster ein neues Gesicht gegeben“, sagt Günter Görke, stellvertretender Bürgermeister Morschens. „Auch das Seminarzentrum trägt nun dazu bei. Durch die kulturellen Veranstaltungen wird das Kloster von Leben erfüllt.“ (zpg)

Quelle: HNA

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