Nur jede dritte Arztpraxis im Kreis  rollstuhlgerecht

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis fehlen barrierefreie Arztpraxen. Das bemängeln Behindertenbeauftragte im Landkreis. „Die Versorgung mit barrierefreien Arztpraxen ist schlecht“, sagt etwa Marga Fischer, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderung im Altkreis Homberg kümmert.

Diese Rückmeldung bekomme sie auch von ihren Kollegen im Kreistag. Tatsächlich gibt es im ganzen Schwalm-Eder-Kreis nur drei barrierefreie Arztpraxen – von insgesamt 295 – und zwar in Knüllwald, Schwalmstadt und Wabern. Das hat eine Umfrage der Stiftung Gesundheit bei allen Arztpraxen im Bundesgebiet ergeben, von Allgemeinmedizinern über Gynäkologen bis zu Zahnärzten. Gesetzliche Vorgaben, wie eine behindertengerechte Praxis aussehen muss, gibt es nicht.

Die Stiftung hat deshalb selbst Kriterien aufgestellt und sich dabei nach eigenen Angaben an den DIN-Normen für behindertengerechtes Bauen orientiert. Die Kriterien für barrierefreie Praxen sind dabei wesentlich strenger als für rollstuhlgerechte Einrichtungen. Rollstuhlgerecht ist im Landkreis immerhin knapp jede dritte Praxis (89 von 295).

Aus Sicht von Robert Weck, Behindertenbeauftragter für die Stadt Melsungen, ist das aber noch zu wenig. Zumal Melsungen im landkreisweiten Vergleich eher schlecht aufgestellt ist: Von den 36 Arztpraxen dort sind laut Stiftung Gesundheit nur vier rollstuhlgerecht. Deutlich besser sei die Situation in Schwalmstadt, findet der Behindertenbeauftragte für den Altkreis Ziegenhain, Helmut Daub: „Das Ärztehaus in Treysa ist zum Beispiel von oben bis unten behindertengerecht.“ Laut der Umfrage der Stiftung Gesundheit sind in Schwalmstadt von 53 Praxen 18 rollstuhlgerecht, in Homberg sind es zehn rollstuhlgerechte Einrichtungen bei 33 Praxen insgesamt.

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Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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