Beim Projekt Waldkindergarten spielen Kinder den ganzen Vormittag draußen

Projekt Waldkindergarten: Bei jedem Wetter ins Freie

Fleißig: Marlene (links), Yael und Kjell packen mit an, um eine Sprunggrube nahe der Försterhütte zu schaufeln. Die Grube werden sie mit Laub füllen, wo sie später hinein hüpfen können. Foto: Dietzel

Oberlistingen. In wasserfesten Hosen, mit Mützen und Handschuhen gekleidet, ziehen sie los zum Spielplatz im Wald. Die Ein- bis Dreijährigen im Waldkindergarten bei Oberlistingen spielen im Laub, formen Klumpen aus Erde und sammeln Stöcke.

Dinge, die sie in der Natur finden, sammeln sie und bauen daraus Spielgeräte: einen Barfußpfad, ein Tipi, eine Wippe, einen Federbaum und eine Sitzgruppe fürs Frühstück im Freien.

Seit einem Jahr bietet die ausgebildete Erzieherin und Tagesmutter Diana Weiffen aus Oberlistingen das Waldprojekt an – als alternative Vorstufe zum Kindergarten. „Diese Betreuungsform gibt es sonst noch nirgends“, sagt Diana Weiffen. Die 37-Jährige stammt aus Nordrhein-Westfalen, wo sie mit einem ähnlichen Projekt bereits gute Erfahrungen gesammelt hat. Die Mutter zweier Töchter hofft, mit ihrem Angebot Menschen davon überzeugen zu können, wie wichtig es für Kinder und deren Gesundheit ist, viel Zeit in der Natur zu verbringen.

„Hier im Wald ist es ruhig und es gibt jede Menge Platz zum Toben“, sagt sie. Eine Mutter bestätigt das: „Die Kinder sind hier nicht belastet vom Überfluss an Spielgeräten.“ Sie schätzt es, dass ihnen im Wald viel Freiheit gelassen wird. Auch bei schlechtem Wetter sind alle draußen. „Das macht den Kindern gar nichts aus.“

Kamin zum Aufwärmen

Sie macht es den Kindern vor: Erzieherin Diana Weiffen.

Eine Försterhütte steht der Gruppe zur Verfügung. Dort frühstücken sie im Winter. Darin gibt es auch einen Wickel- und einen Maltisch sowie einen Kamin zum Aufwärmen an ganz kalten Tagen. Die Betreuung findet ganzjährig ausschließlich im Wald statt. Diana Weiffen findet die Atmosphäre „erfrischend“. Immer mal wieder würden Waldarbeiter und Jogger vorbeikommen, was die Kinder freue.

Neulich haben die Jungen und Mädchen die Umgebung rund um die Försterhütte aufgeräumt. Dabei haben sie viel Müll gefunden, darunter einen großen Reifen, den sie vorwärts rollen mussten und somit Geschicklichkeit üben konnten, berichtet Diana Weiffen. Die Kinder würden beim Spielen im Wald ihr Immunsystem, Sozialverhalten und ihre Ausdauer stärken.

Quelle: HNA

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