Maria Pinkert feiert heute bestens gelaunt in Burghasungen ihren 101. Geburtstag

Jeden Tag einen Apfel

Ein Geschenk Gottes: Die Ur-Kasselänerin Maria Pinkert feiert heute in der Burghasunger Bergparkresidenz in geistiger Frische ihren 101. Geburtstag. Foto: zih

Burghasungen. Ihre Lebensfreude und ihren Humor hat Maria Pinkert nicht verloren. „Eigentlich“, so die Jubilarin mit einem verschmitzten Lächeln, „habe ich schon im vorigen Jahr mit dem Besuch der Presse gerechnet. Denn da wurde ich 100 Jahre alt. Es ist aber kein Journalist gekommen. Also habe ich gedacht, dass ich noch ein Jahr drauf packe, vielleicht klappt es ja diesmal.“

Am heutigen Samstag will Maria Pinkert mit einem Gläschen Wein im Kreis ihrer Familienliebsten und auch der guten Geister im Burghasunger Alten- und Pflegeheim Bergparkresidenz auf ihren 101. Geburtstag anstoßen.

Auf die Frage, ob es ein Geheimrezept für ihr langes Leben gibt, hat die Jubilarin erst einmal nur eine Antwort parat: „Der liebe Gott hat immer seine schützende Hand über mich gehalten und mir eine robuste Gesundheit geschenkt.“ Abgesehen von der Geburt ihres Sohnes und einer Blinddarmoperation habe sie nie einen Arzt benötigt.

Jede Woche ein Sülzkotelett

„Vielleicht“, so sinniert Maria Pinkert weiter, „liegt es auch daran, dass ich, seit ich denken kann, jeden Tag einen Apfel gegessen und mir jede Woche ein Sülzkotelett zubereitet habe“. Und vor allem, dass sie ständig in Bewegung war. Bis zu ihrem 98. Lebensjahr fuhr sie von der Kasseler Innenstadt mit dem Bus jede Woche mehrfach Richtung Wilhelmshöhe, um mit ihrem Wanderkränzchen kreuz und quer durch den Habichtswald zu wandern. Auf dieses Vergnügen muss Maria Pinkert seit einem bösen Sturz aber verzichten.

Schwer gehbehindert konnte sie sich zuhause in Kassel auch nicht mehr richtig selbst versorgen und zog deshalb in die Burghasunger Bergparkresidenz. Die Jubilarin: „Hier kann ich mein Leben genießen und meinen Hobbys frönen.“ Maria Pinkert ist eine leidenschaftliche Leserin und verfolgt das Weltgeschehen auch gern im TV. „Da kann es auch schon einmal Mitternacht werden, bevor ich das Gerät abschalte.“

Als Maria Pison erblickte die heute 101-Jährige am 16. November 1912 in der Kasseler Marktgasse hinter der Martinskirche das Licht der Welt. Sie besuchte die Amalienschule und lernte anschließend den Beruf der Bürokauffrau. Im Sportverein ACT Kassel lernte sie ihren späteren Ehemann Karl-Heinz Pinkert kennen und lieben. Vor dem Traualtar sagten beide Ja für einen gemeinsamen Lebensweg, das Familienglück vervollständige ihr 1935 geborener Sohn. Während ihr Mann als Soldat an der Front war, erlebte Maria Pinkert mit ihrem Kind die Schreckensnacht der Bombardierung Kassels am 23. Oktober 1943. Zwei Jahre später kam ihr Mann aus dem Krieg zurück. Er starb 78-jährig.

Fühlt sich pudelwohl

Und mit welchen Erwartungen blickt sie auf ihr beginnendes neues Lebensjahr? Maria Pinkert: „Da lasse ich mich einfach überraschen. Ich fühle mich noch pudelwohl.“

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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