Tag des Down-Syndroms: Lara Pippert soll einmal ein Leben wie andere führen können

Jeden Tag Stärke zeigen

Gemeinsam geht es besser: Jutta Pippert mit Tochter Lara (links) und deren Freundin Laura Kräupl, dahinter Anke Kräupl. Foto:  Thiery

Niedermöllrich. Lara Pippert spielt Klavier, reitet und fährt Ski. Zurzeit freut sie sich auf die Konfirmandenfreizeit: Was selbstverständlich klingt, es ist nicht: Die 14-Jährige hat das Down-Syndrom.

Ihren Hobbys geht sie mit viel Freude nach und hat ein Leben, das sich in vieler Hinsicht nicht von denen anderer Mädchen ihres Alters unterscheidet. Das ist Familie Pippert aus Niedermöllrich wichtig: Sie tun alles, damit Lara zumindest so ähnlich wie alle anderen leben kann.

Das ist nicht immer einfach, denn das Mädchen braucht viel Aufmerksamkeit und Zeit. Für Jutta Pippert sind Besuche bei Ärzten und Therapeuten längst selbstverständlich, Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie gehören seit Jahren zum Alltag.

„Aber das bringt auch schöne Erfolge“, erzählt Jutta Pippert. Lara lernte voriges Jahr das Radfahren. Sie kann lesen und schreiben, übernimmt Aufgaben im Haushalt und kümmert sich um die Tiere auf dem Bauernhof der Eltern.

Ihre Freundin Laura Kräupl aus Wernswig hat sie beim Verein „Unsere besonderen Kinder“ kennengelernt. Auch sie hat das Down-Syndrom. Beide Mädchen besuchen die Homberger Elsa-Brändström-Schule. Die Mütter fördern den Kontakt, damit Laura und Lara lernen, was Freundschaft ist.

Jutta Pippert und Anke Kräupl hoffen, dass die Mädchen einmal eine Wohngemeinschaft gründen, vielleicht sogar eine Arbeitsstelle in einem normalen Betrieb finden. Doch der Weg bis dahin ist weit und steinig.

Oft im Behördendschungel

Wenn Lara zur Konfirmandenfreizeit fährt, wird sie von einer Mitarbeiterin des Familienentlastenden Dienstes begleitet. „Solche Hilfen sind nötig, aber auch teuer und wir werden oft nicht finanziell unterstützt“, erzählt Jutta Pippert. Die 50-jährige Hauswirtschafterin kämpft sich seit Jahren durch den Behördendschungel. Der Antrag für ein therapeutisches Tandem wurde abgelehnt. Die Familie kaufte das Rad selbst. „Nur das Beantragen der Pflegestufe ist schon schwierige Kleinstarbeit“, sagt sie. „Wir müssen viele Hürden überwinden und immer stark sein”, sagen die Mütter.

Kraft gibt Pipperts und Kräupls der Austausch im Verein „Unsere besonderen Kinder”. Er hilft ihnen, das Ziel zu verfolgen: Die Kinder sollen selbstständig werden und so gut leben, wie es nur geht. Kontakt: Verein Unsere besonderen Kinder, Silke Köster, Tel. 0 56 84/ 93 02 60 ARTIKEL UNTEN

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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