Temposünder zahlten im Vorjahr 430 000 Euro an Kommunen

Jeder Blitz füllt die öffentlichen Kassen

Wolfhager Land. Jeder Blitz am Straßenrand füllt kommunale Kassen: 430 000 Euro Bußgeld haben drei festinstallierte und weitere mobile Blitzanlagen im Wolfhager Land im Vorjahr eingetrieben – Tendenz steigend: In Kürze wird am Balhorner Ortseingang der vierte feste Blitzer im Altkreis scharf gestellt.

Bis zu 680 Euro Bußgeld können zurzeit beim Rasen durch Merxhausen, Dörnberg oder Bründersen fällig werden. „Geldschneiderei“ nennt das der westfälische Richter Helmut Knöner. Wie unsere Zeitung berichtete, sprach er kürzlich mehr als 40 Geblitzte frei. Knöner kritisiert: In den meisten Fällen sei nicht ersichtlich, ob Blitzer der Verkehrssicherheit dienen oder der Füllung knapper Kassen.

Vertreter der Kommunen im Altkreis widersprechen ihm einstimmig: Raser blitzen zu lassen sei ein wirkungsvolles Instrument, um die Straßen zu sichern.

Die Höhe der Bußgeldsummen bescheinige den Kommunen keine Abzocke, vielmehr rechtfertige sie den Bedarf nach Blitzern: „Sie sichern allesamt Gefahrenstellen“, sagt Wolfgang Fischer, der den Ordnungsbehördenbezirk leitet. „Alle Standorte haben wir durch Geschwindigkeitsmessungen in den Ortschaften, Bürgerbeschwerden und Unfallschwerpunkte ausgesucht“, sagt er. Die Aufstellung von festen sowie mobilen Blitzern sei keinesfalls ein Akt der Willkür.

Acht Prozent der Verkehrsteilnehmer rasten nach der Aufstellung der Radarkästen in Merxhausen und Dörnberg in die Kontrolle. Dass diese Quote mit jedem Foto sinkt, werten Gemeindevertreter als Erfolg: „Hier greift der Erziehungseffekt“, sagt Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald. Doch leise Zweifel werden auch unter den Gemeindevertretern lauter. Fischer gibt zu bedenken: „Wenn die Fahrer hinter der Anlage wieder beschleunigen, stellt sich die Frage nach dem der Sinn fester Blitzanlagen.“ Zum Tage, Seite 2

Von Pia Schleichert

Quelle: HNA

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