„Im mittelalterlichen Skriptorium“

Sonderausstellung im Regionalmuseum Wolfhagen

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Mittelalterlicher Schreiber: Bei der Arbeit, erste Hälfte 11. Jahrhundert (Original im Dommuseum Hildesheim).

Wolfhagen. Das Regionalmuseum Wolfhager Land zeigt von Donnerstag, 16. August, bis zum Dienstag, 30. Oktober, die Wanderausstellung „Im mittelalterlichen Skriptorium“.

Die Präsentation führt den Besucher in einen bedeutenden mittelalterlichen Arbeitsplatz ein: die Schreibstube. Schreiber waren vor dem 13. Jahrhundert in den meisten Fällen Mönche, die Skriptorien befanden sich in Klöstern. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern war noch nicht erfunden, deshalb musste mit der Hand vervielfältigt werden.

Farben aus Mineralien

Die Ausstellung führt vor Augen, wie die Mönche aus Mineralien und Pflanzen Farben, Bindemittel und Tinten herstellten und wie aufwendig die Produktion von Pergament aus Tierhäuten war. Die Kenntnisse der mittelalterlichen Schreiber waren umfassend und die Ergebnisse beeindruckend – manche mittelalterlichen Handschriften sind noch nach einem Jahrtausend gut erhalten.

Die Schau zeigt die Arbeitsschritte der mittelalterlichen Buchherstellung und die Ausgangsstoffe für Farben und Tinten. Daneben präsentiert sie hochwertige Faksimiles mittelalterlicher Handschriften und sehr gute Fotografien prächtiger Urkunden.

Handschriftlich überliefert

Nicht nur die Schriften des Christentums, sondern auch das Wissen der Antike wurde handschriftlich überliefert. Doch nur wohlhabende Klöster konnten sich die teuren Materialien zur Buchherstellung wie Pergament oder Goldtinte leisten. Häufig arbeiteten sie aber auch im Auftrag und erhielten die Materialien von ihren betuchten Auftraggebern.

Ein Buch war sehr kostbar und das Ergebnis langer und mühseliger Arbeit. Vor allem in den Klöstern der Benediktiner und Zisterzienser gab es Skriptorien, denn nach den Regeln Benedikts waren die Mönche nicht nur zu Gebet und körperlicher Arbeit, sondern auch zu geistiger Tätigkeit verpflichtet. Dazu gehörte das Abschreiben gelehrter Texte. Das Mittelalter war nicht nur eine Blütezeit der handgeschriebenen Bücher, der Codices, sondern auch der Buchmalerei.

Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm: • Mittwoch, 29. August, ab 14 Uhr: Workshop für Kinder zum „Schreiben mit der Feder“ mit Dr. Alice Selinger (Kostenbeitrag pro Kind drei Euro) im Museum. • Dienstag, 4. September, 19 Uhr: Vortrag „Schrift und Schreiben in der Geschichte“ von Dr. Jürgen Römer, im Museum. • Dienstag, 18. September, 19 Uhr: Seminar „Historische Schriften lesen lernen“ mit Dr. Jürgen Römer im Alten Rathaus Wolfhagen am Kirchplatz. Kontakt: Regionalmuseum Wolfhager Land, 05692/992431, www.regionalmuseum-wolfhager-land.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. (red)

Quelle: HNA

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