Jeder Cent wird umgedreht

Kommunaler Schutzschirm: Strengerer Sparkurs für Frielendorf

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Im Rathaus wird gespart: In der Frielendorfer Gemeindeverwaltung – 56 Stellen sind dort mit Mitarbeitern besetzt – steht jetzt jede Ausgabe auf dem Prüfstand.

Frielendorf. Folgen des kommunalen Schutzschirms: Die Gemeinde Frielendorf hat angefangen, einen äußerst rigorosen Sparkurs umzusetzen.

Frielendorf. Notwendig wird das, um die Vorgaben des Kommunalen Schutzschirms zu erfüllen. Mit dem Beitritt in den Entschuldungsfonds des Landes Hessen hat sich Frielendorf verpflichtet, spätestens im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Dafür hat das Land Verbindlichkeiten der Gemeinde in Höhe von 17 Millionen Euro übernommen.

Und die Situation ist alles andere als rosig: Der Schutzschirmvertrag sah für 2014 ein maximales Defizit von knapp 560.000 Euro vor. Das hat die Gemeinde nur mit Mühe erreicht, da überraschenderweise Gewerbsteuereinnahmen in Höhe von 160.000 Euro weggebrochen waren (wir berichteten).

Von einer aktuellen Haushaltssperre will Bürgermeister Birger Fey nicht reden, aber auf dem Prüfstand stehen jetzt auch die Sach- und Dienstleistungen der Gemeinde. Dort hat es laut Konsolidierungsplan in diesem Jahr Kostenüberschreitungen gegeben. Dem wird nun mit Kostenbegrenzungen ein Riegel vorgeschoben. Die einzelnen Abteilungen in der Gemeindeverwaltung werden strenger budgetiert, ein Auge darauf hat der Bürgermeister persönlich oder - bei größeren Ausgaben - der Gemeindevorstand.

„Jetzt geht es an die Substanz“, sagt Fey. 162.000 Euro will die Gemeinde dabei im kommende Jahr sparen. Umgesetzt wird der Sparkurs aber bereits aktuell: Von der Büroklammer über das Toilettenpapier bis zum Weiterbildungskurs - im Frielendorfer Rathaus wird jetzt alles auf die Notwendigkeit überprüft.

„Wir müssen den Mitarbeitern klar machen, dass die Lage ernst ist“, sagt Büroleiter Michael Bühn. Er nennt Beispiele: So sollten für einen Tintenstrahldrucker neue Patronen bestellt werden. Anstatt üblicherweise acht wurde erst einmal nur eine gekauft. Mit der Anschaffung zweier neuer Fahrzeuge für den Bauhof erhofft sich die Gemeinde künftig weniger Reparaturen. Oder die neue Tragkraftspritze für die Feuerwehr, die im kommenden Jahr deutlich teurer geworden wäre: Sie wurde in diesem Jahr für 12 000 Euro bestellt und wird 2015 geliefert. Bei der Gebäudeinstandhaltung sollen 79 000 Euro gespart werden. Bei der Öffentlichkeitsarbeit wird der Rotstift ebenfalls angesetzt. So sollen künftig im touristischen Bereich weniger Anzeigen geschaltet werden, auch ein Messestand soll wegfallen.

Von Sylke Grede

• Die nächste Sitzung der Frielendorfer Gemeindevertretung ist am Montag, 15. Dezember, ab 19.30 Uhr im Sporthaus in Großropperhausen.

Quelle: HNA

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