Wälder im schlechten Zustand: Jeder dritte Baum ist krank

Kranke Bäume: Auch am Isthaer Berg haben die Bäume unter den Trockenheitsperioden gelitten. Derzeit sind die Forstleute, wie hier Stefan Döhne, mit der Holzernte beschäftigt. Foto: Ricken

Wolfhager Land. Der Frost freut die Forstleute. Derzeit ist Hochsaison für die Holzernte und die Nachfrage ist groß. Dennoch herrscht Krisenstimmung: Der Zustand des Waldes hat sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert.

Das geht aus der jüngsten Waldzustandserhebung hervor, die das Bundeslandwirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin veröffentlichte. Besonders besorgniserregend ist der Zustand der Buchen. Insgesamt 57 Prozent der Bäume, die zu den Hauptarten im Wolfhager Land zählen, sind von Kronenverlichtungen betroffen. Damit nahm die Anzahl kranker Bäume in nur einem Jahr um 24 Prozent zu. „Die Buche ist unser größtes Sorgenkind, weil sie bei den Trockenheitsperioden der vergangenen Jahre an ihre Grenzen gekommen ist“, sagt Uwe Zindel, Forstamtsleiter in Wolfhagen.

Im Wald der Region kränkele derzeit jeder dritte Baum. Herrsche in den kommenden Jahren ein baumfreundliches Klima, könnten sich diese Bäume regenerieren.

Doch darauf will man sich bei Hessenforst nicht verlassen. Um den Wald an den sich abzeichnenden Klimawandel anzupassen, wird schon heute der Wald der Zukunft gestaltet. Die Projekte der nordhessischen Förster basieren hierbei auf zwei Strategien.

Zum einen soll ein Mehrgenerationenwald entstehen. Hierfür werden gezielt junge zwischen alte Bäume gepflanzt. Damit die Bäume gleichzeitig mit genug Licht versorgt werden, entnehmen die Förster konkurrierende Bäume. Auf diese Weise können die alten Bäume eine kräftige Krone entwickeln und junge Bäume können nachwachsen. Dieser Mehrgenerationenwald bietet einen größeren Schutz vor Stürmen und bewirkt gleichzeitig, dass die Böden weniger stark austrocknen.

Zum anderen setzen die Förster auf einegrößere Artenvielfalt. „Wir fördern gezielt Arten wie beispielsweise Ahorn, Esche und Douglasie“, weil diese Arten besser mit Wasserknappheit umgehen können als Buche und Fichte“, erklärt Zindel.

Hessen-Forst kooperiert hierfür mit Klimzug-Nordhessen, dem Klimaanpassungsnetzwerk für die Modellregion Nordhessen.

Quelle: HNA

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