Jeder fünfte Student nimmt Aufputschmittel und riskiert so seine Gesundheit

Wolfhager Land. Viele Studenten betreiben sogenanntes Hirn-Doping, wie verschiedene Studien zeigen. Laut Mainzer Forschern nimmt im Durchschnitt jeder fünfte Student phasenweise Aufputschmittel, um seine Leistungsfähigkeit zu steigern.

Dabei kommen neben frei erhältlichen Aufputschmitteln wie Koffeintabletten auch verschreibungspflichtige Substanzen zum Einsatz - unter anderem Beta-Blocker, Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Ritalin. Die Präperate beziehen die Studierenden dabei über ärztliche Verschreibungen und von Apotheken, aber auch aus Drogeriemärkten. Auch im Internet können die Substanzen bestellt werden.

„Viele erschwindeln sich das Rezept bei ihrem Arzt“, vermutet Alexander Schulze, Apotheker aus Wolfhagen. Dabei würden sie Symptome vortäuschen oder erfinden. Zudem sei es durchaus denkbar, dass manche sich bei verschiedenen Ärzten das selbe Rezept ausstellen lassen, um größere Mengen der Arzneimittel zu erhalten, so der 37-Jährige.

Am häufigsten werden die Mittel dabei zur Prüfungsvorbereitung eingesetzt, wie eine Umfrage des Instituts für Hochschulforschung (HIS) unter 8000 Studierenden zeigt. Fünf Prozent der Befragten gaben an, Hirn-Doping zur Leistungssteigerung zu betreiben, weitere acht Prozent erklärten, Mittel einzunehmen, um besser mit dem Stress zurecht zu kommen. Weiterin zeigt die Studie: Die Anzahl der dopenden Studenten steigt mit zunehmender Studiendauer, Männer dopen zudem häufiger als Frauen.

Regelmäßiges Hirn-Doping birgt jedoch gesundheitliche Risiken. So haben US-Forscher herausgefunden, dass die Einnahme von Ritalin das Gehirn junger Menschen verändern kann. Demnach steige zwar kurzfristig die Aufmerksamkeit, langfristig allerdings sinke die Lernfähigkeit und Flexibilität des Gehirns.

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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