In der Homberger Elsa-Brändström-Schule gehört das Skifahren mit zum pädagogischen Konzept

Jeder kommt die Piste runter

Die Skistöcke kommen mit: Jonas, Angelique, Adrian und Natascha (von links) stellen sich die Ausrüstung für die Skifreizeit zusammen. Foto: Nickoll

Homberg. Skifahren gilt als anstrengend und teuer, doch wenn man es die Piste herunter geschafft hat, ist die Freude riesig. Genau das ist das Gefühl, das die Elsa-Brändström-Schule (EBS) in Homberg 30 Schülern vermitteln will, die im Januar nach Berchtesgaden fahren.

Die zehn Tage in den Alpen sollen den Schülern der Förderschule helfen, sich weiterzuentwickeln: Ausdauer, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit seien Fähigkeiten, die auf der Skipiste gefragt sind und später auch im Beruf gebraucht würden, sagt Martin Hölzer, Leiter der Berufsorientierungsstufe, der die Skifreizeit organisiert.

Vom 23. Januar bis zum 1. Februar 2014 geht es auf die Piste. Damit es nicht zu viel auf einmal wird, folgt einem Tag auf Skiern ein Ruhetag mit Ausflügen. Die meisten Schüler, die zwischen 14 und 17 Jahren alt sind, stehen zum ersten Mal auf Skiern, weil es relativ teuer sei. „Sie kommen meist aus sozial schwächeren Familien“, sagt Hölzer. Er und eine Kollegin, beide ausgebildete Skilehrer, leiten den Skiunterricht, gewohnt wird im Buchenhaus des Landkreis.

„Bisher ist noch jeder die Piste runtergekommen. Es fährt auch eine Schülerin mit Down-Syndrom mit, und ein Schüler mit Asperger-Autismus ist schon mit dabei gewesen: In einem Jahr hat er die Rechtskurve, im anderen Jahr die Linkskurve gelernt.“

Seit drei Jahren veranstaltet die Schule die Skisportwoche, für die es bisher immer Förderer gab. Dieses Jahr sammelte Hölzer 700 Euro Spenden.

Die Fahrt kostet die Schüler 350 Euro: Skipässe sind vergünstigt, Skianzüge hat die Schule im Keller, Schuhe, Skier und Helme stellt das Buchenhaus zur Verfügung.

Von der Piste in den Betrieb

Die Betriebe, die gespendet haben, sind Kooperationsbetriebe der EBS. Die Firma Fahrzeugbau Stefan Ebert aus Felsberg-Gensungen nimmt schon mehrere Jahre Schülerpraktikanten auf.

„Hier wird das Geld zu 100 Prozent umgesetzt“, begründet Renate Eber, warum ihr Betrieb gespendet hat. Sie bildet seit kurzem den ehemaligen EBS-Schüler Martin Mardorf zum Metallbauer aus. „Martin hat sich die Ausbildung über ein Praktikum verdient, deshalb haben wir ihn auch ohne Hauptschulabschluss genommen“, sagt Ebert.

Die Firma „Remax direkt“ aus Frielendorf-Verna hat zwei Praktikanten im Bereich Malerei, Schreinerei und Installation im Betrieb.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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