Das Organtheater Kassel spielte in Fritzlar

Jedes Ärztehaus braucht ein Ikea

Sie nahmen Ärzte auf die Schippe: Das Organtheater trat in Fritzlar auf. Foto: Büchling

Fritzlar. Würde man Ärztehäuser neben Ikea-Märkte bauen, wäre manches einfacher. Man könnte die Wartezeit beim Arzt mit einem Abstecher ins Möbelhaus überbrücken und auf die Ansage warten: „Herr Müller, ihr Urologe hat jetzt Zeit für sie, kommen sie bitte zum Ausgang Pippi Langstrumpf.“

Mit dieser und anderen absurden Ideen erfreute das Organtheater die Besucher im Fritzlarer Soldatenheim. Dort gaben die Kasseler Theaterpädagogen, die ansonsten alle anderen Berufen nachgehen, eine Benefizvorstellung zugunsten des Hospizvereins Fritzlar. Speziell dafür hatten sie ihr Programm „Hospizfindigkeiten“ zusammengestellt.

Das Wartezimmer hat es Jens Haupt, Uwe Jakubczyk und Dagmar Witze sowie Thomas Krug (Klavier) angetan. Natürlich, erklärten sie, müsse es Wartezimmer heißen, denn würde man dort nicht warten, hieße es bestimmt: „Du-bist-dran-Zimmer“.

Mit ihrem Song „Bevor du stirbst“ informierten die Schauspieler, was vor dem Tod alles noch zu erledigen ist.

Sie stellten auch den Doc-o-Mat vor, der langes Warten ersparen soll. Der Automat misst den Blutdruck und nimmt Speichel- sowie Blutproben. Und dann das Ergebnis: „Ihre Untersuchung hat ergeben, dass ihre Leber mit dem Rating-Code CCC, Ramschquote, eingestuft wurde und nur noch auf dem griechischen Markt angeboten werden kann.“

Jens Haupt, Kopf und Schreiber des Organtheaters bezeichnet seine Truppe als „leidenschaftliche Patienten“. Gute Beobachtungsgabe und eigene Erfahrungen im Gesundheitswesen liefern den Stoff für die Auftritte.

Gage nahmen die Mitglieder des Organtheaters nicht. Es passte zum humorvollen Umgang mit Krankheit und Gesundheit, dass die Spenden für den Hospizverein in einer Nierenschale gesammelt wurden. Der tolle Auftritt hätte mehr Besucher verdient gehabt. • Das neue Stück hat am 24. November im Theaterstübchen in Kassel Premiere.

Von Peter Büchling

Quelle: HNA

Kommentare