Jesberger organisieren Typisierungsaktion für Marco Schultz (44), der Blutkrebs hat

Er braucht einen Spender: Marco Schultz (44, Mitte) aus Jesberg ist an Blutkrebs erkrankt. Links sein Bruder Maik, rechts ein Freund. Die Jesberger Feuerwehr will helfen, sie organisiert für den 14. Mai eine Typisierungsaktion. Foto:  Privat

Jesberg. Maik Schultz hat seinem Bruder Marco das Leben gerettet. Der Jesberger Gemeindebrandinspektor spendete vor drei Jahren seinem an Blutkrebs erkrankten Bruder Stammzellen - und es klappte! Marco wurde in Rekordzeit gesund. Ein Wunder.

Doch das Happyend war nur von kurzer Dauer: Marco ist nun erneut erkrankt, der Krebs ist zurück. Der 44-Jährige liegt in einer Lübecker Klinik, nur eine neue, schnelle Stammzellenspende kann ihn retten, teilt Simon Stifter von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit.

Aber die Lösung, die jetzt auf der Hand zu liegen scheint, ist keine: Maik Schultz kann nicht helfen - zumindest wäre seine Hilfe nicht von Dauer. Die beiden Brüder sehen sich zwar nicht auffallend ähnlich, haben aber fast identische Gewebemerkmale.

Was wie eine Fügung des Himmels klingt, ist das Gegenteil: Die Übereinstimmung beträgt 100 Prozent, ist so groß wie bei eineiigen Zwillingen. Und genau das hat sich bei der ersten Spende gerächt: Marcos Körper musste zu wenige Abwehrkräfte entwickeln, um auf Dauer wieder gesund werden zu können. „Wir haben schon viele Geschichten gehört - aber eine solch tragische nicht“, sagt Simon Stifter von der DKMS.

Maik Schultz könnte jetzt natürlich wieder spenden. Aber: „Meine Spende kann sein Leben nur für kurze Zeit verlängern, aber eben nicht auf lange Sicht retten“, sagt der 41-Jährige. Die Jesberger Feuerwehr will nun helfen, dass ein Spender gefunden wird, der Marco dauerhaft heilt. Sie hat für Samstag, 14. Mai, eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt (siehe Hintergrund) und hofft auf große Resonanz.

Die Zeit drängt: Der 44-Jährige ist sehr schwer krank, er hat bereits die erste von vier angesetzten Chemotherapien erhalten. Innerhalb dieses Behandlungszeitraumes muss ein Spender gefunden werden. Das Zeitfenster ist also sehr klein.

Maik Schultz ist in diesem Ringen mit der Zeit eine Art Joker. Wenn in den kommenden Wochen kein Spender gefunden wird, wird er seinem Bruder ein zweites Mal Stammzellen spenden. Die werden helfen, Marcos Lebenszeit zu verlängern - können aber seine Krankheit nicht heilen.

Die Typisierungsaktion soll einen Spender finden, vor allem aber soll sie Marco motivieren. Als er das erste Mal krank wurde, sei sein Bruder noch hochmotiviert und kämpferisch gewesen. Jetzt sei er am Boden zerstört: „Er weiß ja, was auf ihn zukommt“, sagt Maik „Er hat das alles schon einmal durch.“

Große Aktion am Samstag, 14. Mai

Am Samstag, 14. Mai, können sich potenzielle Stammzellspender von 11 bis 16 Uhr bei der DKMS im Feuerwehrstützpunkt Jesberg registrieren lassen. Dabei sein können alle, die gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt sind.

Die Registrierung ist einfach: Nachdem er eine Einverständniserklärung ausgefüllt hat, werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit dessen Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Die Typisierung kann Leben retten. Um sie zu finanzieren, ist die DKMS auf der Suche nach Spenden. (bra)

Konto: IBAN: DE94513900 000048837107

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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