Heute ist Frühlingsanfang – allerdings nur auf dem Kalender

Jetzt ist aber Schluss!

Vier Monate lang waren die Räumdienste quasi im Dauereinsatz: Jetzt freuen sich nicht nur die Mitarbeiter der Bauhöfe auf den Frühling. Archivbild:  Zerhau

Schwalm-Eder. Heute ist nun endgültig Schluss mit diesem langen, anstrengenden und kostenintensiven Winter – heute fängt der Frühling an. Zumindest kalendarisch. Der Blick aus dem Fenster straft diese Hoffnung allerdings Lüge. Auch für heute ist wie seit Wochen leichter Schneefall angesagt. Das endlose frostige Wetter schlägt bei vielen Städten und Gemeinden teuer zu Buche.

„Der Winter war so lang, anstrengend und kostenintensiv wie seit bald 20 Jahren nicht“, sagt Erwin Wiegel von der Gemeinde Knüllwald. Die Mitarbeiter schieben seit Monaten Schnee vor Friedhöfen, DGHs, Feuerwehren, Kindergärten, Verwaltungen und auf Gehwegen: „Wir gucken mit Grausen auf die Kosten, die da auflaufen – allein das Flicken der Schlaglöcher wird teuer.“

Dem sieht Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann gelassen entgegen. Die Stadt hat 10 000 Euro fürs Sanieren der Schlaglöcher in den Haushalt eingestellt. Eine Summe, die wohl kaum komplett gebraucht werde. „Unsere Straßen sind gemacht, sie haben dem Frost wenig Angriffstellen geboten.“ Und überhaupt bringen der Schnee und Frost im März Kaufmann nicht außer der Fassung: „Natürlich zieht sich die kalte Jahreszeit weit ins Frühjahr ein. Aber wir hier oben sind einiges gewöhnt – wir stöhnen nicht so schnell.“

Der Nordhesse stöhnt selten

Auch die Jesberger können einiges vertragen, aber dieser Winter hat die Kellerwaldgemeinde doch gestresst: „Wir haben viele steile Straßen und lange Gefällstrecken, die wir sichern müssen“, sagt Andreas Roth aus dem Jesberger Rathaus. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten vier Monate unter Dauerbelastung gestanden und ihr Bestes gegeben. Jesberg hat in diesem Winter auf einen großzügigen Umgang mit Streusalz verzichtet und die Straßen stattdessen oft nur geräumt und mit Split gestreut. Alle warten auf den Frühling: „Im Rathaus flattern ja nun vor Ostern verständlicherweise die Urlaubsanträge der Mitarbeiter auf den Tisch, die den ganzen langen Winter immer draußen waren“, sagt Roth.

Der Urlaub ist für die Mitarbeiter des Niedensteiner Bauhofs erst noch mal in die Ferne gerückt: Bauamtsleiter Peter Bues hat gerade eben den Winterdienst-Schichtplan um eine weitere Woche verlängert. Dennoch sieht Bues keinen Grund zum Klagen: „Wir haben hier eben immer richtige Winter.“ Der jetzige sei „ordentlich, aber nicht sensationell“ gewesen. Natürlich sei im Vergleich zum vorigen Jahr mehr Schnee gefallen, aber deshalb habe die Stadt auch häufig nur geräumt und nicht gestreut. „Glatteis und Blitzeis kosten uns mehr Einsatz und Salz als Berge von Schnee.“

In Spangenberg sieht’s anders aus. Um die 250 Tonnen Salz haben die Mitarbeiter des Bauhofs dort auf die teils sehr steilen Straßen der Liebenbachstadt gestreut. Und erst vorgestern kam sogar noch ein neuer Laster voller Streugut.

Die Mitarbeiter des Bauhofs schieben seit Oktober in zwei Kolonnen Winterdienst – in manchen Wochen waren sie täglich draußen. Und noch immer, sagt Leiter Michael Reuter, sei kein Ende des Winters in Sicht: „Uns wäre es auch lieber, wenn die Sonne schiene und die Vögel zwitscherten.“ Da spricht er wohl vielen aus dem Herzen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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