Orgel in Hebel wurde für 30.000 Euro restauriert

Jetzt klingt es barock: Orgel in Hebel wurde für 30.000 Euro restauriert  

Freude über die frisch renovierte Orgel: Pfarrerin Sabine Koch und Organist Roland Klingler in der Hebeler Kirche. Fotos: Dellit

Hebel. Es war ganz kurz vor dem Konzert zur Wiedereinweihung der Hebeler Kirchenorgel, als den Organisten etwas störte. „Ein Ton stimmte nicht“, erzählt Roland Klingler, der seit mehr als 30 Jahren Orgel spielt.

Klingler alarmierte den Orgelbauer Peter Kozeluh, der sich auf die Suche nach dem Fehler machte. Die Ursache des falschen Tons war eine Fliege, die in einer der 1200 Pfeifen verendet war. Eine Orgel – auch Königin der Instrumente ist genannt – ist empfindlich.

Und dementsprechend war die Restaurierung aufwändig und teuer. Seit 2011 hatte ein Förderkreis mit Konzerten und anderen Aktionen – zum Beispiel dem Verkauf von künstlerisch gestalteten Orgelpfeifen – Geld gesammelt. Auf an die 30.000 Euro beziffert Pfarrerin Sabine Koch die Kosten, mehr als die Hälfte hat der Kirchenkreis übernommen.

Vor mehr als 30 Jahren war die Hebeler Orgel vom Orgelbauer Dieter Noeske aus Rotenburg gebaut worden. Sie war in die Jahre gekommen, sodass jetzt Noeskes Nachfolger Kozeluh ans Werk ging. Im Grundsatz funktioniert eine Orgel völlig ohne Elektrik, lediglich der Blasebalg wird heute per stromgetriebenem Ventilator mit Luft gefüllt, und nicht mehr mit der Muskelkraft der Konfirmanden.

Holz ist der entscheidende Baustoff, ein Großteil der Pfeifen und der Mechanik im Inneren des Instruments besteht daraus. Ein kleinerer Teil der Pfeifen wurde aus Metall gefertigt. Und Holz, das weiß jeder Handwerker, arbeitet. So klinge die Orgel im Winter, wenn es kalt ist, auch ganz anders als im Sommer, sagt Organist Klingler.

Der Renovierungsbedarf sei festgestellt worden, als Christine Marx Bezirkskantorin im Kirchenkreis Homberg war und die Hebeler Orgel begutachtete. Unter anderem war immer wieder Kalk von der Decke in die Pfeifen gerieselt.

Nach der Restaurierung habe die Orgel einen ganz anderen Klang als zuvor. Die ursprüngliche Noeske-Stimmung sei moderner gewesen, sagt Klingler. Kozeluh und Bezirkskantor Reiner Volgmann hätten nun dafür gesorgt, dass der Klang eher barock ist.

Eine Besonderheit der Hebeler Orgel ist ein Register mit Zungenpfeifen – wobei die Zunge ein umgebogenes Metallteilchen ist. Diese, so sagt Klinger, seien besonders wartungsintensiv. Viel zu tun gibt es also weiterhin – und sei es nur, weil sich mal wieder eine Fliege in eine Orgelpfeife verirrt hat.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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