Densberger graben hinter der Kirche und holten Mauerwerk der Ruine ans Licht

Jetzt taucht die Burg auf

Stolz auf die Grabungen: Karl-Heinz Rehm, Beate Zietz, Rainer Schüler und Prof. Dr. Peer Zietz (von links) vor den wieder aufgebauten Mauern, die zur Burgruine Densberg gehören. Foto:  Thiery

Densberg. Sie treffen sich freitags hinter der Kirche zum Graben und Buddeln: Rund 30 Mitglieder des archäologischen Arbeitskreises Densberg wollen die Burg, die lange Zeit verborgen unter der Erde lag, wieder ans Licht holen.

Stein für Stein schälten die Hobbyarchäologen die ersten Mauern, die aus dem 9. Jahrhundert stammen sollen, aus dem Erdreich. Jetzt holten sie einen Teil der Burgmauer hervor und bauten sie wieder auf.

Die Densberger ergänzten das Mauerwerk, um die ursprüngliche Dimension der Anlage zu erhalten, mit frischem Mörtel nach mittelalterlichem Rezept. Sie sind nun wieder zwei Meter dick. Ein 50 Quadratmeter großer Hauptraum wurde freigelegt: „Das muss wohl der Aufenthaltsraum gewesen sein“, mutmaßt die Gruppe. Von dort aus führt ein Loch heraus, das einmal der Eingang zur Burg gewesen sein muss.

Das Anwesen war vermutlich nicht sehr groß: „Die Menschen flüchteten damals nur in Krisenzeiten auf die Burg. Sonst wohnten sie in ihren Häusern im Dorf,“sagte Beate Zietz.

Die Mitarbeiter des archäologischen Arbeitskreises dokumentieren alle Phasen der Wiederherstellung akribisch, genau wie die Ergebnisse der Vermessungen und Kartierungen.

Lange Zeit zeugten nur Steinhaufen an der Erhebung über dem Burggraben von der Ruine. Das änderte sich, als sich die Gruppe um Landeskonservator Professor Peer Zietz der Relikte annahm um die Burg sichtbar zu machen und das Denkmal wieder zum Leben zu erwecken. 30 Densberger stehen hinter diesem Ziel, zehn helfen beim freitäglichen Buddeln mit. Daraus entstand ein Verein: der archäologische Arbeitskreis.

Dr. Andreas Thiedmann vom Landesamt für Denkmalpflege in Marburg unterstützt sie fachlich. Er begutachtet die Funde und legt die nächsten Arbeitsschritte fest. Die Densberger erarbeiten sich die Burg Stück für Stück und sind begeistert: „Wir entdecken immer wieder etwas Neues“, sagen sie. Es entstünden Bilder im Kopf, wie sich alles einmal zugetragen haben könnte.

Viel Platz für Phantasie

Manchmal schießt die Phantasie allerdings ins Kraut: Als sie kürzlich einen Metallring fanden, hatten sie sich ausgemalt, dass es sich um den Ring einer keltischen Prinzessin gehandelt haben könne. Damit lagen sie allerdings schief.

Letztlich entpuppte sich der Ring als einer von denen, der früher Sauen durch die Nase gezogen wurde, damit sie nicht das komplette Erdreich durchwühlen.

Alle Fundstücke werden bestimmt und katalogisiert. Darunter befinden sich Keramikreste, Nägel und Spitzen von Armbrustbolzen. Nach und nach kommt die Gruppe der Geschichte näher.

Das aber braucht vor allem eines: Zeit. „Das ist ein Projekt für Generationen“, sagt Beate Zietz.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Kommentare