Jobcenter des Landkreises trotz Kürzungen auf Topposition in Hessen

Schwalm-Eder. Das Jobcenter des Schwalm-Eder-Kreises landete im hessenweiten Vergleich auf Platz eins.

Verglichen wurden drei Kennzahlen.
- Verringerung der Hilfebedürftigkeit: der Landkreis landete auf Platz 2, betrachtet werden die Ausgaben zum Lebensunterhalt ohne Heizung und Unterkunft).

- Verbesserung von Integration in Erwerbstätigkeit: der Landkreis belegt Platz 1, gewertet werden nur Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, Ausbildung und Selbstständigkeit. Bei durchschnittlich 6500 Leistungsberechtigten wurden 2400 vermittelt – das entspricht einer Quote von 37,5 Prozent.

- Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug: der Landkreis belegt Platz 2, als Langzeitarbeitsloser beim Jobcenter gilt, wer in den zurückliegenden 24 Monaten mindestens 21 Monate nicht erwerbsfähig war. Die Anzahl der Langzeitbezieher betrug im Vergleichsmonat 3935. Der Monat wurde willkürlich von den Verantwortlichen ausgewählt. Die Veränderung des Jobcenters im Schwalm-Eder-Kreis betrug minus 410 oder knapp zehn Prozent.

Hans-G. Gatzweiler

Für Maßnahmen zur Qualifizierung für den 1. Arbeitsmarkt stehe den 26 hessischen Jobcentern weniger Geld zur Verfügung als noch vor Jahren, kritisiert der Geschäftsführer des Jobcenters, Hans-Gerhard Gatzweiler. Dabei sei es wichtig, den Menschen nach langer Zeit ohne Arbeit zu helfen.

Ebenfalls auf Platz eins landete das Jobcenter des Landkreises bei den Alleinerziehenden. Durchschnittlich werden fast 30 Prozent in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt. Mit Programmen wie der Alleinerziehenden-Börse soll die Quote weiter verbessert werden.

Landrat Frank-Martin Neupärtl, der auch Vorsitzender der Trägerversammlung ist, kritisierte die neuen Zielvereinbarungen für das Jobcenter. „Geld für Maßnahmen wird gekürzt und gleichzeitig sollen die Zahlen ständig verbessert werden.“

Druck von der Agentur

Die Zielvorgaben korrespondierten nicht immer mit der Realität. Die Bundesagentur für Arbeit sei etwas zu optimistisch, wenn es um die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung gehe. In allen Bereichen soll das Jobcenter um etwa drei Prozent zulegen.

Frank-Martin Neupärtl

Hinzukomme, so Gatzweiler, dass in den vergangenen Jahren wegen des Rückgangs der Arbeitslosen 20 Prozent der Stellen im Jobcenter abgebaut werden mussten.

„Wir mussten das Fallmanagement und die Berufsbetreuung reduzieren und erwägen, die Trennung der Betreuung von Jugendlichen und Erwachsenen aufzuheben“, sagt Gatzweiler. Bei Nichterreichen der Zielvorgaben muss der Geschäftsführer sogar zum Rapport.

Von Damai D. Dewert

Die Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt hat sich im Schwalm-Eder-Kreis um 12,4 Prozent verringert. Im Jahr 2010 erhielten die Hilfeempfänger 22,5 Millionen Euro und im Jahr 2011 waren es 19,7 Millionen Euro. Das bedeutet Platz zwei in Hessen. Diese Zahl ist um die Sanktionen bereinigt. Das heißt, nicht berücksichtigt wurden Kürzungen wegen verhängter Sanktionen. 

Quelle: HNA

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