Elf Mitarbeiter werden verteilt

Jobcenter zieht sich aus Melsungen zurück

Schwalm-Eder. Das Jobcenter schließt Teile seiner Außenstelle in Melsungen zum 1. November. Elf der 26 Mitarbeiter werden auf die Stellen in Homberg und Fritzlar verteilt. Das bestätigt Monika Obijou, Bereichsleiterin beim Jobcenter des Landkreises.

Betroffen ist die Leistungsabteilung, die 1100 Bedarfsgemeinschaften betreut. Künftig müssen diese etwa 2000 Menschen bei Fragen zu Leistungen zum Lebensunterhalt nach Homberg oder Fritzlar. Der Standort an der Rotenburger Straße sei bereits verkauft.

Erhalten bleibt die Arbeitsvermittlungsabteilung mit 15 Mitarbeitern. Die SPD in Melsungen kritisiert, dass Stadt und Jobcenter seit Wochen von der Entscheidung wüssten, die Öffentlichkeit bisher aber nicht informiert hätte. Vom neuen Melsunger Bürgermeister Markus Boucsein habe man erwartet, dass er versucht zu intervenieren, heißt es von der SPD weiter. „Auf die Organisationsstruktur des Jobcenters haben wir leider keinen Einfluss“, entgegnet dazu Boucsein, „wir bedauern die Entscheidung sehr.“ Sollte die komplette Schließung drohen, würden die Stadt ihren Einfluss geltend machen.

„Wir wollen uns nicht aus der Fläche zurückziehen“, sagt Obijou. Die Präsenz vor Ort und Kundennähe seien wichtig. Es gebe allerdings finanzielle Zwänge: „Unser Spielraum wird geringer.“ Von den Einsaprungen des Bundesministeriums für Arbeit seien nicht nur Eingliederungsleistungen betroffen, sondern auch das Verwaltungsbudget des Jobcenters.

Die Tägerversammlung, in der der Landrat und die Agentur für Arbeit Kassel vertreten sind, hat die Verlegung beschlossen. Außerdem beschlossen ist, dass in den kommenden Jahren jährlich zehn Stellen beim Jobcenter abgebaut werden sollen. Wegen der sinkenden Kundenzahlen, benötige das Center weniger Mitarbeiter. Von ehemals 160 Stellen gebe es bereits nur noch 127, sagt Obijou.

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Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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