Kein Gegner weit und breit

Jörg Müller ist einziger Bewerber für Knüllwalder Bürgermeisteramt

Seit 24 Jahren im Amt: Knüllwalds Bürgermeister Jörg Müller tritt zum fünften Mal zur Wahl an. Der 54-Jährige ist der einzige Bewerber.

Knüllwald. Bürgermeister Jörg Müller (SPD) kandidiert am Sonntag, 26. Mai, zum fünften Mal fürs Amt des Knüllwalder Rathaus-Chefs. Dabei weiß er genau, auf was er sich einlässt: Der 54-Jährige steht bereits seit 1989 an der Knüllwalder Verwaltungsspitze.

Einen Konkurrenten bei der Wahl gibt es nicht: Müller ist alleiniger Bewerber.

Bedauern Sie es, dass sich nicht noch ein weiterer Kandidat beworben hat? Das hätte die Sache doch für die Wähler und Sie ein bisschen spannender gemacht.

Jörg Müller: Ich wusste im ersten Moment tatsächlich nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll. Ich nehme es jetzt als Zeichen, dass ich mit meiner Arbeit auf dem richtigen Weg bin. Aber es wäre spannend gewesen, mich in einem fairen Wettkampf zu messen.

Ein hoher Anspruch: Politische Fairness wurde in Knüllwald in den vergangenen Jahren ja nun nicht erfunden.

Müller: Das stimmt, aber jetzt sind die Fronten geklärt. Die Zeiten, in denen man nur unter die Gürtellinie geschlagen hat, sind vorbei: Alle Beteiligten haben Besserung gelobt und gehen sehr vorsichtig miteinander um. Das ist jedenfalls die Momentaufnahme.

Also können Sie dem 26. Mai gelassen entgegenblicken: Das wird ja dann eine ganz ausgeruhte Wahl.

Müller: Nein, ganz so ausgeruht soll das nicht werden: Ich will auf jeden Fall zusammen mit der SPD noch jede Menge Werbung für die Wahl machen. Ich will die Leute nicht nur informieren, sondern sie auch interessieren.

Da haben Sie sich richtig was vorgenommen...

Müller: Ja, das ist wichtig. Kommunalpolitik geht alle an. Gebühren, Schule, Kindergarten, Busverkehr: das alles betrifft doch jeden jeden Tag.

Welche Themen gehen die Knüllwalder in den nächsten Jahren noch alles an?

Müller: Der Kanalbau. In Oberbeisheim wird zurzeit schwer gearbeitet. Dann nehmen wir in den Kindergärten die Herausforderung der Betreuung der unter Dreijährigen an. Außerdem soll das Gewerbegebiet weiter wachsen, das altengerechte Wohnen auf den Weg gebracht werden.

Da haben Sie im Fall der Wiederwahl ja richtig was zu tun.

Müller: Ja. Und wir müssen die ärztliche Versorgung auf dem Land sichern. Das ist zwar nicht originäre Aufgabe der Gemeinde, aber wir müssen die politischen Vorausssetzungen dafür schaffen.

Warum ?

Müller: Weil wir uns dringend Gedanken machen müssen, wie wir die Einwohner in Knüllwald halten. Wir müssen sie in Vereine einbeziehen, ihnen vermitteln, dass man hier gut leben, Freunde finden und Spaß haben kann.

Klingt super. Aber Sie haben kein Geld.

Müller. Kaum eine Kommune hat Geld. Aber das ist die Gratwanderung. Man rennt als Bürgermeister oft wie Don Quichotte gegen politische und finanzielle Windmühlen.

Trotzdem kandidieren Sie wieder.

Müller. Weil es der schönste Job der Welt ist. Ich bin auch Enthusiast. Auch wenn es oft auch eine große Anstrengung bedeutet.

Können Sie diese Anstrengung überhaupt schultern? Sie waren sehr lange sehr krank.

Müller: Ja, das war ich. Aber ich habe um meine Gesundheit gekämpft. Es gibt auch noch ein paar Nachwehen. Aber ich fühle mich gut, ich bin gesundheitlich wieder ganz weit vorne, da habe ich keine Bedenken und ich habe auch noch eine Familie, für die ich noch da sein möchte.

Falls Sie gewählt werden: Treten Sie 2019 wieder an?

Müller: Das weiß ich nicht. Ich hoffe sehr, dass ich so gute Freunde habe, dass die mir in sechs Jahren offen zum Weitermachen oder Aufhören raten. Und ich hoffe noch mehr, dass ich dann die Stärke habe, diesen Rat auch anzunehmen.

Zur Person

Jörg Müller (54) stammt aus Malsfeld. Der Verwaltungswirt übernahm 1989 den Knüllwalder Bürgermeisterposten. Er lebt in Remsfeld, ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und eine Tochter (5).

Quelle: HNA

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