Dramatische Bühne Frankfurt gab Freiluftgastspiel am Spangenberger Museum

Don Juan im Hinterhof

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Turbulent und witzig: Die Mitglieder der Dramatischen Bühne Frankfurt präsentierten das Stück über den alternden Don Juan ganz nach dem Geschmack des Publikums.

Spangenberg. In die besten Zeit der Komödianten, des Schmieren- und Straßentheaters versetzte die Dramatische Bühne Frankfurt die Besucher am Samstagabend im Hof des Heimatmuseums.

Rund 50 Zuschauer ließen sich trotz kühlem und nassem Wetter nicht davon abhalten, ausgerüstet mit Decken und Regenschirmen einer turbulenten, rasant-witzigen Darbietung zu folgen.

Wegen des Wetters gab es vom Veranstalter ein Einmal-Regencape für alle Fälle.

Das Ensemble um Intendant Thorsten Morawietz, der auch für die Texte verantwortlich ist, ist wandlungsfähig, denn einige Darsteller schlüpfen in zwei oder drei Rollen.

In Reimform geht es um den alternden Don Juan (Morawietz), der einst, so sein Diener Tieporello (Sebastian Huther) „lebte in Sünd´ und Laster, heut´ braucht er Korsett und Rheumapflaster“.

Don Juan ist alt geworden, und verarmt. So sinnt er durch Intrigen an das Geld von Don Geckino (Julian König) zu kommen. Dieser wird von seinen Erben verfolgt, die es kaum erwarten können, dass er endlich stirbt. Die dümmlich-naive Donna Rosinda (herrlich in der Rolle: Sarah Kortmann) soll Geckino heiraten, verliebt sich aber in den Dänen Gunnar, und erst nach vielen Ränken und Verwicklungen, gewürzt mit zeitgemäßen Problemen wie Krankheiten,

Dolmetscher und Geldanlagen finden diese zueinander, während Don Juan versucht, seine Verführungskünste an die Damen zu bringen.

Aber, so sein Diener am Ende: Ach, Don Juan, wann werdet ihr verstehen: Ihr seid der Mann, dem Frauen widerstehen.

Nina Koempel und Prisca Ludwig sorgten für die Technik, das Bühnenbild stammte von Simone Greiß. Als es am Ende des ersten Aktes zu regnen begann, gab es eine lange Pause, und die Schauspieler reagierten auf das unbeständige Wetter damit, dass sie das Stück kürzten, ohne dass die Logik der Handlung verloren ging.

Ein erheitertes Publikum verließ schließlich den Hof, das auf das Spiel der Darbietenden mit viel Szenenapplaus reagiert hatte.

Quelle: HNA

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