Im Kulturladen sahen 100 Fußball-Fans das Finale der Campions League

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Hatten im Wolfhager Kulturladen allen Grund zur Freude: die Bayern-Fans Andreas Geselle, Klaus Weide, Markus Gerland, Klaus Büscher, Gerd Zimmermann, Jens Harseim und André Nordmeier (von links).

Wolfhagen/Ehlen. „Wissen Sie, was ich mir wünsche? Ein richtig geiles und spannendes Finale. Viele Tore, am besten eine Partie, die in die Verlängerung geht“, sagt Julian Rupp unmittelbar vor dem Endspiel der Champions-League.

Der 19-Jährige ist Anhänger des Hamburger SV. Und wem drückt er die Daumen? „Dortmund muss die Nase vorn haben“, bezieht er Position und zeigt auf ein gelbes Schild, das um seinen Hals hängt: „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen!!!“, ist dort zu lesen.

Rupp ist einer von gut 100 Fußball-Anhängern, die sich die Partie der beiden besten deutschen Vereine beim Public Viewing im Wolfhager Kulturladen anschauen.

Auf den ersten Blick ist dort nicht sofort zu erkennen, wie groß die Schar der BVB-Freude und wie hoch die Anzahl der Bayern-Anhänger ist. Nur wenige tragen einen Fan-Schal, Trikot oder Mütze.

Doch wie im Londoner Wembley-Stadion drücken die meisten dem BVB die Daumen. Dies wird spätestens nach dem 1:1 deutlich. Während nach dem Führungstor von Mario Mandzukic nur wenige die Arme nach oben reißen und Beifall klatschen, tobt der Kulturladen nach dem Elfmetertreffer von Ilkay Gündogan. Gut zwei Drittel der Besucher jubeln und singen: „Olé, olé, olé,... BVB“.

Fotos vom Spiel

Bayern-Jubel im Kulturladen

So auch beim Lindenfest in Ehlen, wo sich Jung und Alt in Goldmanns Scheune versammelt haben, um den Gigantenkampf auf Großbildleinwand anzuschauen.

Die Bayern-Anhänger nehmen jedoch die Jubelstürme hüben wie drüben gelassen. „Die Sympathien liegen klar bei Borussia Dortmund“, hat Jens Harseim Verständnis. „Der BVB ist der Underdog und viele gönnen den Münchnern den Titel nicht. Der Pott aber kommt hoam“, ist sich der Wolfhager sicher.

Harseim sollte Recht behalten. Dank Arjen Robben ist das erste Triple der Münchner Vereinsgeschichte zum Greifen nahe, der Schmerz nach der Finalniederlage aus dem Vorjahr in der eigenen Allianz-Arena gegen Chelsea vergessen.

Die Dortmund-Anhänger indes werden wohl noch ein Weilchen an der Niederlage zu knabbern haben.

„Schade“, sagt Rupp. „Ich hätte der Klopp-Elf den Titel gegönnt. In zwei Jahren ist Dortmund hoffentlich wieder im Finale. Dann aber nicht gegen die Bayern, sondern in Berlin gegen meinen Hamburger SV.“ Die Uefa vergab das Champions-League-Finale 2015 an die Hauptstadt.

Quelle: HNA

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