Kita-Gebühr: Für die Jüngsten müssen 135 Euro gezahlt werden

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Der Kindergarten in Elbenberg: Hier werden vom 1. August an Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr betreut.   Norbert Müller

Elbenberg. Ab August wird es im Elbenberger Kindergarten Plätze zur Betreuung von Kindern ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geben. Das beschlossen die Naumburger Stadtverordneten während ihrer Sitzung am Dienstag in Elbenberg.

Während sich die Parlamentarier einig darüber waren, dass die Betreuungsplätze für die Kinder zwischen dem vollendeten ersten und zweiten Lebensjahr zentral in Elbenberg eingerichtet werden, gab es deutliche Differenzen bei der Festlegung der Gebühren.

Bürgermeister Stefan Hable hatte die Vorlage des Magistrats erläutert, dabei betont, dass es bereits jetzt in allen Naumburger Kindertagesstätten – in der Kernstadt, in Altenstädt und in Elbenberg – ein Betreuungsangebot für Kinder ab vollendetem zweiten Lebensjahr gibt.

Für die Jahrgangsstufe darunter gehe der Landkreis für die Stadt Naumburg von einem Bedarf von zwölf Plätzen aus. Da die Kita in Elbenberg bereits jetzt schon nicht mehr voll ausgelastet sei, wolle man mit der zentralen Betreuung der jüngsten Kinder in Elbenberg die Einrichtung auch stabilisieren.

Während für die Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr die Gebühr bei 90 Euro unverändert bleiben soll, so der Vorschlag des Magistrates, soll er für die Jüngsten für die Betreuung von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr auf 135 Euro festgelegt werden. Die Gebühr solle höher sein, da auch der personelle Betreuungsaufwand für die Kinder „wesentlich höher“ sei.

Gegen eine höhere Gebühr sprach sich Klaus Albrecht von der Linken aus. Er halte das für ein „falsches Signal“, eine familienfreundliche Politik sehe anders aus. 45 Euro mehr als für die übrigen Kinder zu kassieren, wäre rückschrittlich. „Wir sollten eher die Gebühren senken.“

Bernd Ritter (SPD) erklärte, seine Fraktion lehne eine Differenzierung der Gebühren ab. 135 Euro, so befürchte man, würde Eltern abschrecken. Ein kostengünstiges Betreuungsangebot sei ein Standortfaktor. Ritter: „Wir müssen alle Stellschrauben drehen für eine freundliche Familienpolitik, damit wir auf dem Land lebensfähig bleiben“.

Mit ihrem Antrag, dass es bei 90 Euro für alle Jahrgänge in den Naumburger Kitas bleibt, konnte sich die SPD allerdings nicht durchsetzen.

Mit der Mehrheit von CDU und FWG wurde die Satzungsänderung mit der Gebühr in Höhe von 135 Euro beschlossen. Wolfgang Sprenger (CDU) hatte zuvor erklärt, dass seine Fraktion das nicht als Gebührenerhöhung sehe. „Es ist ein neuer Anfang mit den U2-Kindern. Und es gibt einen höheren Aufwand.“

Sein Fraktionskollege Hardy Griesel wies darauf hin, dass man mit dem Angebot ermögliche, dass Eltern früher wieder in den Beruf zurückkehren können und sie damit wieder entsprechend mehr Geld zur Verfügung haben.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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