Jugend-Dokumentarfilm des Theaterduos 3 Hasen oben wurde in der Steinmühle gezeigt

Haben einen Dokumentarfilm entwickelt: Die Teilnehmer mit Silvia Pahl und Klaus Willmanns vom Theater 3 Hasen oben (Mitte) und Regisseur Christoph Steinau (zweiter von rechts). Foto: Rose

Schorbach/Loshausen. "Expedition vor der Haustür" - so heißt der erste Film des Theaterduos 3 Hasen oben, der am Samstag Premiere in der Steinmühle in Schorbach feierte. Mit dabei waren neben den Hasen - Silvia Pahl und Klaus Wilmanns - der Regisseur Christoph Steinau und natürlich die Mitwirkenden: Zehn Jugendliche im Alter von 13 bis 22 Jahren aus der Schwalm.

Entstanden ist der Film im vergangenen Sommer im Schlosspark Loshausen, in einer Sommer-Theaterwerkstatt. Experimentieren, erkunden, erfragen und erfühlen, darum ging es im Laufe einer spannenden Woche: Aber auch um Landflucht, Leerstand, Rassismus, Traditionen, Werte, das Leben und die Menschen in der Schwalm.

Gefördert wurde das Projekt von Leader und der Well- Being-Stiftung. „Der Schlosspark ist ein großer Spielplatz. Wir haben gehofft, dass sich diese Atmosphäre auf die jungen Leute überträgt“, erklärt Silvia Pahl, die zum angedachten Langzeitprojekt 2013 ein Konzept erarbeitet hat.

Film dient als Pilotprojekt

Denn die Werkstatt für Landbewohner soll kein einmaliges Ereignis bleiben, der Film dient als Pilotprojekt. „Das Konzept ist auf viele Jahre gedacht. Wir wollen von Landbewohnern erfahren, wie es sich dort lebt, wo Einwohnerzahlen schrumpfen.“

Auch für die Schauspieler selbst entwickelten sich Gruppe und Ideen zum Teil überraschend. „Wir hatten kein Drehbuch. Die Vorgabe war, sich mit der Heimat zu beschäftigen. Wir haben gehofft, dass etwas passiert - und das ist es auch.“

Der bewusst als Dokumentarfilm angelegte 45-Minuten-Mitschnitt zeichnet ein Bild von der Landschaft und den Menschen - mal leise, mal laut, kritisch, aber auch liebevoll.

Gedanken und Ansichten

Gelungen ist eine eindringliche und sensible Dokumentation über das Leben, über Gedanken, Ansichten und Einstellungen. „Es war spannend zu sehen, was im Laufe der Woche auch im Kopf passiert ist. Das hat mich sehr glücklich gemacht“, sagt Wilmanns. „Ein Leben ohne Theater wäre wie ein Apfelkuchen ohne Äpfel“, umschreibt es Teilnehmerin Theresa Kurz. Um ins Spiel zu kommen, schlüpften die Jugendlichen in die Rollen von Märchenfiguren: „Wer sich Gedanken über eine Rolle macht, muss sich auch mit sich selbst beschäftigen“, erklärt das Schauspieler-Ehepaar.

„Ich war erstaunt, wie viele Impulse mir die anderen Teilnehmer mitgeben konnten“, sagt Maximilian Buck. Und Saskia Fink überrascht: „Ich dachte, Theater sei eine brotlose Kunst - aber das ist ein richtig großer Akt.“ (zsr)

Quelle: HNA

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