Seit zehn Jahren ist in Lenderscheid das Jugendhäuschen belebt – Insgesamt gibt es in der Gemeinde Frielendorf zwölf Treffpunkte

Und der Jugendclub steht immer noch

Eigenes Häuschen für die Jugend: von links Bürgermeister Birger Fey gratuliert dem Lenderscheider Jugendclubteam Sebastian Pflug, Lennart Michel, Christoph van Elsbergen und Manuel Müller zum zehnjährigen Bestehen des Jugendclubs, rechts Jugendpfleger Thomas Trieschmann. Foto: Grede

Lenderscheid. Projekt 2003 nennt sich der Jugendclub in Lenderscheid. Unter dem Motto „...und er steht immer noch“ feierten die Lenderscheider kürzlich nicht nur das zehnjährige Bestehen ihres Jugendclubs. Der Blick richtet sich dabei auch auf die Jugendarbeit in der Großgemeinde Frielendorf.

Zwölf Jugendclubs in elf Ortsteilen begleitet Thomas Trieschmann. Der Knüllwälder ist seit elf Jahren Jugendpfleger in Frielendorf. In der Kultur der sich selbstverwaltenden Jugendclubs sieht er für Frielendorf, als eine der größten Flächengemeinden Hessens, viele Vorteile. Die größten aus seiner Sicht: Den Jugendlichen bietet sich ein zentrales Angebot im eigenen Dorf. Und so haben die im Ort aktiven Jugendlichen verstärkt die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, mit welchen Aktivitäten oder Veranstaltungen sie ihren Jugendclub mit Leben füllen.

Ein Konzept, das derzeit in Lenderscheid aufgeht. Zehn bis zwölf Jugendliche gehen zu den Öffnungszeiten im Jugendclub-Häuschen beim Festplatz ein und aus, erzählt Manuel Müller (16) vom Club-Vorstand. Es werde Karten gespielt, Fernsehen geguckt oder einfach nur gequatscht. Zwischen 150 und 200 junge Leute werden in der Großgemeinde über diese Form der Jugendarbeit erreicht, betont Bürgermeister Birger Fey.

Wichtig im Dorfleben

Ein Jugendclub stellt aus seiner Sicht einen nicht zu unterschätzenden Identifikationsbaustein für die Jugendlichen mit ihrer Heimatgemeinde dar. Und dass ein funktionierender Jugendclub insbesondere in kleinen Orten ein wichtiges Element des Dorflebens ist, belegt in Lenderscheid die Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Clubs. Das wurde von den Lenderscheidern zünftig in einem Festzelt gefeiert – organisiert natürlich vom Jugendclub-Team mit jeder Menge Unterstützung der Eltern. Eine Dynamik, die sich fortsetzen soll. So wollen die Lenderscheider Jugendlichen den Erlös der Feier in die Ausstattung ihres Häuschens investieren und demnächst gemeinsam mit der Burschenschaft Hinweistafeln anfertigen, mit denen Autofahrer zum langsameren Fahren aufgefordert werden sollen.

Um all diesen Aspekten der Jugendarbeit Rechnung tragen zu können, sucht Thomas Trieschmann einen möglichst engen Kontakt zu den Frielendorfer Jugendclubs. Dabei sieht er sich als eine Art „Feuerwehrmann, Hausmeister und pädagogischer Ratgeber“ – und das genau in dieser Reihenfolge. Wobei es ihm weniger um das Aufpassen geht, eher um das Anleiten.

Eine wichtige Funktion kommt ihm dabei beim Wiederbeleben von Jugendclubs zu, wie derzeit in Verna und Großropperhausen, wo sich seinen Angaben nach derzeit neue Jugendclubgenerationen entwickeln und sich die Pforten in den dortigen Jugendräumen bald wieder öffnen könnten.

Und die Geschichte, die der Lenderscheider Jugendclub in seinem zehnjährigen Bestehen schreibt, sieht Trieschmann als eine typische an und dabei wird nichts beschönigt: Schließung wegen eines Brandes (eine Herdplatte hatte neben einem PC geschmort), Probleme wegen Alkoholkonsums, aber auch Hausverbot für zwei Mitglieder der rechten Gruppierung Freie Kräfte Schwalm-Eder.

Trieschmann: „Die Jugendclubs sind in ihrer Selbstverwaltung, mit all den Problemen, die genau das birgt, einfach sehr lebendig.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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