Stadtverordnete stimmten mit Mehrheit für den Neubau in Kirchberg

Jugendhaus am Wartberg

Winterliche Stimmung in Kirchberg: Auf dem Grundstück an der Bergstraße (links hinter dem Zaun) soll das Gelände erschlossen, beplant und teilweise mit einem neuen Jugendhaus bebaut werden. Manche Stadtverordnete hatten Bauchschmerzen dabei. Fotos: ula

Niedenstein. Von der „emotionalsten Diskussion seit 23 Jahren“ sprach der Niedensteiner Stadtverordnete Erhard Schaumlöffel (FWG), die „Geschenke zu Lasten künftiger Generationen“ kritisierte Jörg Warlich (B90/Grüne), man müsse „sich an seine Versprechen auch halten“, sagte Dr. Markus Klein (SPD), von einer „guten Lösung“ sprach Willi Grunewald (CDU).

Sehr unterschiedlich, auch innerhalb der Fraktionen, waren die Meinungen zum Thema neuer Jugendraum für Kirchberg, über den am Donnerstag im DGH Kirchberg die Niedensteiner Stadtverordneten debattierten. Letztlich schloss sich die überwiegende Mehrheit dem Vorschlag der Jugendraum-Kommission an, ein neues Gebäude in Kirchberg als Jugend- und Sozialeinrichtung zu bauen. Vier Stadtverordnete (zwei B90/Grüne, zwei FWG) enthielten sich der Stimme.

„Wir haben vor zehn Monaten das Grundstück des Jugendclubs verkauft. Alle waren sich einig, dass Ersatzräume beschafft werden müssen“, erinnerte Dr. Markus Klein das Parlament. Man sei sich ebenso einig gewesen, dass es eine Lösung nur im Einvernehmen mit den Jugendlichen und der Dorfgemeinschaft Kirchberg geben dürfe.

Jetzt habe die Kommission, die man eigens zu diesem Zweck gegründet habe, den Neubau auf dem Grundstück an der Bergstraße empfohlen – jetzt müsse man sich auch daran halten, wenn die finanziellen Voraussetzungen gegeben seien.

Klein wies Vorwürfe des Kirchturmdenkens in Kirchberg zurück, zudem sei der Neubau ohne große Belastung der Stadt realisierbar (siehe Hintergrund).

Er vermisse Realitätssinn bei der Entscheidung, meinte Erhard Schaumlöffel und kritisierte, das die Kommission überwiegend aus Kirchbergern bestanden habe. Die Pläne für den Neubau passten nicht angesichts der finanziell prekären Situation der Stadt. Er würde einen Anbau ans DGH für die bessere Lösung halten.

Der Aus- und Anbau ans vorhandene DGH war auch Favorit von Jörg Warlich. Er erinnerte daran, dass es künftig tiefe Einschnitte bei den kommunalen Leistungen geben werde, weil die Stadt sparen müsse.

Die intensive Arbeit in der Kommission lobte Bürgermeister Werner Lange. Es habe eine offene Debatte gegeben. Die tatsächliche Realisierung des Grundsatzbeschlusses für einen Neubau hänge jedoch davon ab, ob die Voraussetzungen erfüllt würden. Vor allem die Mittel aus der Regionalförderung Casseler Bergland müssten fließen.

Positiv bewertet Lange die Bereitschaft der Kirchberger, Verantwortung für den Bau zu übernehmen.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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