Ausbildungsbörse in der Arbeitsagentur: Insgesamt 891 offene Stellen in 114 Berufen

Jugendliche Perspektive geben

Beratung: Neuntklässler Christian Schenk aus Obergrenzebach im Gespräch mit Berufsberater Klaus-Stefan Diehl. Foto: Rose

Treysa. Über offene Ausbildungsstellen, Anforderungen und Chancen, aber auch darüber, wie Jugendliche den richtigen Beruf finden und wie die Bewerbung aussehen sollte informierte am Donnerstag die Bundesagentur für Arbeit in Schwalmstadt. Bei einer Art Ausbildungsbörse standen fünf Berufsberater Rede und Antwort. „Im Arbeitsamtsbezirk Marburg gibt es derzeit noch 891 Ausbildungsstellen in 114 Berufen“, erklärt Ulrich Schmittdiel, Leiter der Agentur in Treysa. 1124 Bewerber interessierten sich aktuell für eine Ausbildung – weniger als 2011.

Nach wie vor groß sei bei den Betrieben in der Region der Bedarf an Fachkräften: „Die Firmen haben erkannt, dass man diesen Bedarf nur über Ausbildung decken kann“, sagt Schmittdiel. Besonders nachgefragt seien Ausbildungsstellen im Bereich Einzelhandel. Auf 113 junge Leute kämen derzeit 68 gemeldete Stellen. Noch beliebter seien die Ausbildungsstellen für Bürokaufleute. „Auf 42 Stellen kommen 102 Bewerber“, erläutert der Experte. In den Handwerksberufen gebe es derzeit weit mehr Stellen als Bewerber. Seit Jahren schwierig sei die Situation für die Gebäudereiniger. „In diesem Bereich gibt es das höchste Ungleichgewicht. Auf fünf freie Stellen entfällt gerade einmal ein Bewerber“, erklärt Schmittdiel. Der Beruf sein wenig beliebt, weil viele Jugendliche den Beruf mit den Aufgaben einer „Putzfrau“ verglichen. „Dabei ist der Berufs durchaus anspruchsvoll: Nicht umsonst dauert die Ausbildung drei Jahre.“ Wer mehr über Berufe erfahren wolle, sollte einen Termin mit der Berufsberatung vereinbaren.

Freie Ausbildungsstellen gebe es übrigens bis „kurz vor Sendeschluss“, also dem Beginn des Ausbildungsjahres am 1. August. „Viele Betriebe melden die Stellen kurzfristig wieder als frei, weil immer wieder Bewerber abspringen“, sagt Schmittdiel. Häufig passten die Anforderungen der Betriebe auch nicht zum Bewerberpotential. „Gute Schüler können sich ihre Ausbildungsstelle aussuchen.“

In der Schwalm fanden im vergangenen Jahr zehn Bewerber keine Ausbildungsstelle: „Die Zahl ist schwierig zu bewerten, denn sicher gab es Bewerber, die sich wohl oder übel für etwas anderes entschieden haben oder weiter zur Schule gehen“, sagt Schmittdiel. Wichtig sei, den Jugendlichen eine Perspektive zu vermitteln. Die Ausbildungssituation in der Schwalm sei insgesamt „wesentlich entspannter als in den vergangenen Jahren“. Ein erhebliches Potential an Stellen werde es künftig besonders in den Pflegeberufen geben. Christian Schenk nutzte die Börse für eine Beratung. Der Neuntklässler aus Obergrenzebach informierte sich bei Klaus-Stefan Diehl über den Beruf des Mechanikers für Land- und Baumaschinen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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