Jugendliche randalieren im Homberger Stadtteilgarten

Ärger über Zerstörungswut im Stadtteilgarten: Ingrid Schröder von der Starthilfe (links) und Tanja Siebert-Moloko von der Stadtteilagentur. Foto: Yüce

Homberg. Im Stadtteilgarten in Homberg treffen sich regelmäßig junge Erwachsene und hinterlassen Chaos und Zerstörung. Nun wurde Anzeige erstattet.

Mit Kohlrabi wurde Fußball gespielt, Tomaten zertrampelt, Teile der Wasserpumpe verbogen, das schützende Dach über der Sitzgruppe zerstört, Rinde von Baumstämmen abgeschnitzt und kleine Obstbäume einfach umgeknickt, Alkohol getrunken und Glasflaschen auf den Boden geschmissen: Die Liste der Zerstörungen im Homberger Stadtteilgarten ist lang - groß ist der Ärger darüber. Allein in der vergangenen Woche wurde zweimal auf dem Gelände randaliert.

Dabei sollte der Stadtteilgarten eigentlich ein offener Ort für alle Menschen im Bahnhofsgebiet sein. Einer, an dem man sich trifft, miteinander ins Gespräch kommt, Gemüse und Obst anpflanzt und erntet. Ein idyllischer Ort, der das Gebiet aufwerten soll. Ein Aufenthaltsort - das ist er auch meistens. Doch sorgt eine Gruppe von jungen Erwachsenen nun dafür, dass das eigentlich so positive Vorhaben Schaden nimmt.

„Es kommt immer häufiger zu sinnloser Zerstörung, das ist furchtbar“, sagt Ingrid Schröder, die mit einer Gruppe von der Starthilfe den Garten bewirtschaftet. „Wir freuen uns, wenn der Garten genutzt wird und sind auch nicht kritisch, wenn ohne Rücksprache geerntet wird“, sagt sie. Grillen sei erlaubt und kleine Feiern auch. Allerdings sollten diese nicht ausufern. „Je mehr Alkohol, je geringer die Hemmschwelle“, sagt Schröder und deutet auf Glasscherben von Wodka-Flaschen, die auf dem Boden liegen. Es sei schlimm mit anzusehen, wie dieser Ort zerstört werde. „Warum zerstört man ein Dach, das einen selbst auch vor Regen schützt? Warum macht man eine Wasserpumpe kaputt, mit der man sich bei der Hitze auch hätte abkühlen können?“, diese Fragen stellt sich Tanja Siebert-Moloko von der Stadtteilagentur, die das Garten-Projekt 2010 startete.

Sorge vor Reaktionen 

Die Frauen wissen, dass sich viele Anwohner des Gartens, der mitten im Wohngebiet liegt, über die lauten Treffen der jungen Leute ärgern. Aus Sorge vor der Reaktion der Feiernden, trauten diese sich aber nicht, die Polizei zu informieren. Das hat Ingrid Schröder jetzt getan, sie hat Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Mittlerweile summiere sich der Sachschaden auf über 500 Euro.

Der gefühlte Schaden sei aber noch viel größer. „Wir geben uns Mühe mit dem Garten und das wird mit Füßen getreten“, sagt Schröder, die trotzdem auch Verständnis für die Randalierer hat. „Alle Menschen streben doch eigentlich etwas Positives an. Vielleicht haben sie einfach zu wenig Gestaltungsspielräume. Das tut mir schon wieder leid“, sagt sie. Allerdings sei die Situation nun eskaliert und die Anzeige ihre Art, sich dagegen zu wehren. Dennoch hoffe sie auf Einsicht und darauf, dass die lautstarken Partys und die Zerstörungen aufhören.

Quelle: HNA

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