Quote bei den Nachwuchs-Brandschützern sank um 24 Prozent

Jugendwehren im Kreis verlieren Mitglieder

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Wolfhager Land. Die Jugendfeuerwehren im Landkreis Kassel haben in den vergangenen Jahren 310 Mitglieder verloren. Das sind 24 Prozent weniger, als noch vor sechs Jahren.

Während im Jahr 2007 noch 1293 Mitglieder bei den Jugendwehren im Kreis aktiv waren, sind es im vergangenen Jahr nur noch 983 gewesen, sagt Pressesprecher Harald Kühlborn.

Der Sprecher des Landkreises Kassel sagte weiter, dass dies schon „ein deutlicher Rückgang“ sei. Er sei auch größer, als die Anzahl der Kinder, die der Landkreis im Vergleichszeitraum verloren habe. Dadurch, dass es in den einzelnen Wehren sowohl Ausreißer nach oben als auch nach unten gäbe, sei es schwierig, die Gründe dafür auszumachen. Als mögliche Ursachen nennt Kühlborn aber die gesunkene Anzahl von Jugendlichen im Landkreis. Auch die Bereitschaft, sich für eine Sache ehrenamtlich und dauerhaft zu engagieren, habe nachgelassen.

Eine weitere Schwierigkeit im Bereich der Jugendfuerwehren sei, dass das Engagement der Jugendlichen oft personenabhängig sei. Legt etwa ein beliebter Jugendwart sein Amt nieder, sei es nicht selten, dass dies zum Austritt mehrerer Mitglieder führe. Zwar ist die Nachwuchsgewinnung eine Sache der örtlichen Feuerwehren, die Möglichkeiten jedoch recht gering, sagt Kühlborn. Bei der größten Wehr im Altkreis in Wolfhagen ist die Situation laut Stadtbrandinspektor Frank Brunst etwas entspannter: „Wir haben noch keine Nachwuchssorgen.“

Die Zahl der Mitglieder bei der Jugendwehr sei in den vergangenen Jahren immer konstant bei 180 bis 200 gewesen. Ein größeres Problem sei es, die Übernahmezahlen in die Einsatzabteilung zu gewährleisten. Die Übernahmequote betrage lediglich zehn bis 15 Prozent, sagt Brunst.

Durch eine begonnene Lehre oder Studium würden viele Nachwuchsbrandschützer ihre Mitgliedschaft beenden.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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